Seminararbeit: Konstantin – Crispus – Fausta: Einige Beobachtungen und Bemerkungen zur Debatte um das Jahr 326

von Florian Battistella



Zusammenfassung

Auch wenn Konstantin der Große für die Geschichte des Christentums eine bedeutende Rolle spielt, wird seine Zeit oft weitgehend auf die religiösen Entwicklungen reduziert. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Konstantins erstgeborener Sohn Crispus und die Ehefrau des ersten christlichen Kaisers unter mysteriösen Umständen ihr Leben verloren. An Erklärungsversuchen fehlt es in der Fachwelt dennoch nicht und hier setzt der Beitrag „Konstantin – Crispus – Fausta. Einige Beobachtungen und Bemerkungen zur Debatte um das Jahr 326“ von Florian Battistella an. In mehreren Schritten setzt er sich mit den verschiedenen Theorien auseinander und weist auf die einzelnen Unstimmigkeiten und Probleme hin. Besonders deutlich werden dabei einerseits die Tendenzen der Quellen und die Schwierigkeiten ihrer Interpretation sowie andererseits mögliche Auswirkungen des Vorganges selbst auf die öffentliche Meinung.

Abstract

Although Constantine the Great played a major role in the formation of christianity, scholars often bring into sole focus the religious developments of his time and therefore exclude the broader and more heterogeneous spectrum of historical developments. Thus, it is a little known fact that Constantine’s first born son Crispus and the first christian emperor’s first wife lost their lifes under mysterious circumstances. The professional world brought forward manifold explanations and among them is the article’s point of origin located. Battistella surveys the different theories postulated within the scientific community and points to individual inconsistencies and states some problems. He articulates precisely the tendentious quality of the historical sources and accentuates their philological complexity on the one hand. On the other hand, he points to the scholarly procedure’s possible effects on the public’s historical thinking (“Geschichtsbewusstsein”).

Résumé

Même si Constantin 1er joue un rôle important pour l’histoire du christianisme, son règne est réduit assez souvent aux développements religieux. Moins connu est le fait que Crispus, l’aîné de Constantin, et Fausta, la femme du premier empereur chrétien, ont perdu leurs vies sous des circonstances mystérieuses. Quand-même, ils ne manquent pas les explications et c’est dans ces-ci que le mémoire « Konstantin – Crispus – Fausta. Einige Beobachtungen und Bemerkungen zur Debatte um das Jahr 326 » de Florian Battistella s’engage. Analysant en plusieurs chapitres les différentes théories, qui veulent expliquer l’affaire, il est capable de signaliser les points faibles de chacune hypothèse. Pendant ce procès sont rendus évident d’une coté les tendances des sources et les difficultés d’interprétation qui en ressortent. D’autre coté sont soulignés les conséquences possibles de l’affaire pour l’opinion publique à propos de l’empereur.

Einleitung

‹1› Wenn Historiker sich mit der Zeit Konstantins des Großen beschäftigen, so stoßen sie auf zahlreiche Probleme, die sie lösen müssen. Wann wandte Konstantin sich dem Christentum zu? Was geschah rund um die Schlacht an der Milvischen Brücke und was ist vom so genannten Edikt von Mailand zu halten? Dies sind vielleicht die bekanntesten Fragen, auf die beim Abfassen einer Monographie über diesen Kaiser eine Antwort gegeben werden muss.1) Eine in der nicht-wissenschaftlichen Welt weniger bekannte Frage ist die nach den Toden des Crispus und der Fausta, also des ältesten Sohnes und der Ehefrau Konstantins.2) Die Gründe, die Umstände und auch die Rolle des Kaisers in dieser Angelegenheit sind Objekt zahlreicher jüngerer Publikationen3) und die Antwort ist, wie bereits Elisabeth Herrmann-Otto feststellte, alles andere als einstimmig.4) Arnaldo Marcone geht sogar davon aus, dass es sich um eine der umstrittensten Episoden der Biographie Konstantins handele5) und mit gutem Grund bevorzugen einige Historiker keine Antwort zu geben, wenn es nicht zwingend erforderlich ist. Sie verweisen dann auf vorangegangene Publikationen zum Thema und reißen die Probleme nur an.6)

‹2› Aufgrund dieses Sachverhaltes ist es das erklärte Ziel der nachfolgenden Seiten die verschiedenen Positionen zu ermitteln und zu beurteilen, um eine überzeugende und endgültige Antwort zu geben, sofern dies möglich ist. Um das Verständnis und die Klarheit der Argumentation zu erhöhen, wird den wichtigsten modernen Erklärungsversuchen je ein Kapitel gewidmet. Das erste wird sich mit der Idee, Konstantin sei durch dynastische Überlegungen zu seinem Handeln verleitet worden, beschäftigen. Im zweiten Kapitel wird die Hypothese eines Ehebruchs zentral sein, während im letzten der drei Kapitel die Erklärung des Sachverhaltes durch machtpolitische Motive im Mittelpunkt stehen soll. Den Abschluss wird eine Zusammenfassung bilden, die die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen auswerten und eine endgültige Antwort geben soll.

Eine dynastische Angelegenheit?

‹3› Im Jahre 1966 schlug Patrick Guthrie in einem kleinen in der kanadischen Zeitschrift Phoenix publizierten Artikel vor, dass der Grund für den Tode Crispus’ dynastisch zu erklären sei, indem er betonte, dass Cripus ein unehelicher Sohn Konstantins sei.7) Laut Guthrie war der erstgeborene Sohn Konstantins für die Nachfolge auf den Kaiserthron ungeeignet, da sich aufgrund der Tatsache, dass dieser zwar unehelich, aber erstgeboren, zudem in Verwaltung und militärischen Angelegenheiten erprobt war, nach dem Tode Konstantins Probleme bis hin zu einem Bürgerkrieg hätten ergeben können.8) Vor diesem Hintergrund, so meint derselbe Historiker weiter, “the Emperor considered it to be his responsibility to minimize the possibility of anarchy (though he could not banish it completely) through the simple, if brutal, expedient of removing Crispus.”9)

‹4› Dieser Erklärungsansatz hat jedoch einige Schwachpunkte, von denen die meisten bereits von Pohlsander hervorgehoben worden und gemeinhin akzeptiert werden.10) Die überzeugendsten Einwände gegen die Hypothese Guthries sind die Tatsache, dass Crispus zusammen mit Konstantin II. im Jahre 317 zum Caesaren erhoben wurde11) und dass Konstantin selbst vielleicht ebenfalls ein uneheliches Kind war.12)

‹5› Darüber hinaus muss auch berücksichtigt werden, dass die von Konstantin vorgesehene Nachfolge weder mit der Hinzufügung des Dalmatius zur Gruppe der Caesaren im Jahre 335 die Bevorzugung der leiblichen Söhne bedeutete, noch mit gezielten Schritten in Richtung einer wirklichen Monarchie einen Bürgerkrieg nach seinem Dahinscheiden zu verhindern suchte,13) obwohl er aus eigener Erfahrung hätte erahnen können, welche Gefahren eine Aufteilung der Herrschaft mit sich zu bringen vermochte.14)

‹6› Außerdem stellt sich die Frage, warum die Unehelichkeit des Crispus gerade im Jahre 326 ein Problem darstellen sollte. Keiner der anderen Söhne Konstantins war älter als zehn Jahre15) und Karriere, Ruf und Ansehen des Crispus bisher blendend. Seine Ernennung zum Caesaren, sein Beitrag zum Siege Konstantins über Licinius und auch das Elogium, das Eusebius von Caesarea in einer früheren Redaktion der historia ecclesiastica eingebaut hatte, sind nur einige der zahllosen Belege.16) Mit dem Tode und der damnatio memoriae verschwand Kaiser Konstantins Erstgeborener aus der Öffentlichkeit.17) Es muss also etwas Gravierendes vorgefallen sein, wenn Crispus gerade in diesem Moment beseitigt wurde.

Ein Ehebruch?

‹7› Ammianus Marcellinus liefert, eigentlich über die Zeit Contantius’ II. redend, in einem Nebensatz die Information, dass es in Istrien, genauer in Pula war, wo das Leben von Konstantins Sohn Crispus endete.18) Dies ist in Bezug auf Crispus die einzige Information zum Ort des Todes, die bis in die Gegenwart erhalten blieb und daher gemeinhin akzeptiert wird.19)

‹8› Der Grund für seinen Tod hingegen ist weit weniger sicher. Während einige Quellen das Geschehnis überhaupt nicht erwähnen,20) spricht das chronicon des Hieronymus von einer äußerst grausamen Tötung, gibt aber keine Erklärungen.21) Orosius und Aurelius Victor behaupten ausdrücklich, dass die Gründe unbekannt seien,22) und nicht einmal die Worte Eutrops, die einen tiefgreifenden Wandel von Konstantins Charakter implizieren, verraten den wahren Grund, einen Anlass für eine derartige Veränderung, die den Tod Crispus’ zur Folge hatte.23)

‹9› An diesem Punkt scheinen die Berichte der epitome de Caesaribus und des Zosimus sehr willkommen. Gemäß dem Epitomator hatte Fausta Konstantin zur Tötung des Crispus gedrängt, starb kurz darauf aber auch selbst, weil Helena ihrem Sohn massive Vorhaltungen angesichts des Schicksals ihres Enkels machte.24) Diese Version gibt keine Erklärung für das Verhalten Faustas, ist aber gut vereinbar mit der Erzählung des Zosimus, in der von einem Ehebruchsverdacht gesprochen wird, oder besser von einem Inzestverdacht, und außerdem die Idee, dass der Schmerz Helenas Konstantin zur Tötung Faustas getrieben habe, explizit unterstützt.25) Marasco geht, gestützt auf die Studien von Schlumberger, sogar davon aus, dass beiden Versionen dieselbe Quelle zugrunde liegt.26)

‹10› Die modernen Historiker stimmen völlig darin überein, dass diese Erzählung allzu sehr dem Mythos von Phaedra und ihrem Stiefsohn Hippolytos ähnelt, um frei von Zweifeln zu sein.27) Doch schließt dies die Möglichkeit, dass es doch so stattgefunden hat, aus? Der Altersunterschied zwischen Crispus und seiner Stiefmutter war nicht groß, wahrscheinlich weniger als drei Jahre.28) Außerdem war die Hochzeit zwischen Konstantin und Fausta zu Beginn des Jahres 307 laut Drijvers vor allem eine Konsequenz der militärischen und politischen Gesamtsituation.29) Ferner bestanden Kontakte zwischen Fausta und Crispus und insbesondere kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich vor ihrem jeweiligen Ende getroffen haben.30) Schließlich spricht auch das Faktum, dass das Leben beider im Jahre 326 endete, für einen Zusammenhang der beiden Tode.31)

‹11› Während aber zumindest das Todesjahr der beiden ein halbwegs überzeugender Beweis für einen Zusammenhang ist, so verleitet das Übrige nicht zwangsläufig dazu zu glauben, dass es sich um einen Fall von Inzest in der kaiserlichen Familie handelte. Der geringe Altersunterschied lässt es ebenso gut zu, an einen gewissen Konkurrenzkampf zwischen Crispus und Fausta um die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen Konstantins zu denken. Dies würde eine sexuelle Beziehung zwischen den beiden eher ausschließen und auch eine den Kaiser überzeugende Anklage des Crispus durch Fausta scheint nicht übermäßig wahrscheinlich, wenn davon ausgegangen wird, dass Konstantin dieses Wetteifern kannte.

‹12› Wie bereits gesagt wurde, ist die Frage nach der Existenz der bloßen Möglichkeit direkter Beziehungen der beiden zueinander im Zeitraum vor ihren Toden diskutiert worden, jedoch bisher ohne endgültige Antwort. Folglich wird hierdurch nichts zur Lösung des Problems beigetragen, zumal auch die Existenz einer solchen Möglichkeit noch nicht das Ausnutzen derselben nachweisen würde.

‹13› Die Tatsache, dass die Hochzeit eine Frucht der politischen Situation war, bedeutet nicht automatisch, dass die Eheleute unglücklich waren. Schon die zahlreichen Kinder32) des kaiserlichen Paares lassen einen gewissen Zweifel zu. Potter möchte sogar in der Tatsache, dass Konstantin sich nach dem Tode Faustas nicht erneut vermählt hat, das Zeichen einer innigen Liebe seitens des Kaisers erkennen,33) doch lassen sich auch andere Erklärungen für dieses Verhalten finden.34) Infolgedessen sind all diese Argumente ziemlich ambivalent, da sie den angeblichen Inzest weder ohne weiteres bestätigen noch eindeutig widerlegen können, während der Zweifel einer Angleichung des wie auch immer gearteten Vorfalls an den besagten Phaedra-Mythos bleibt.

‹14› Eine Analyse der Umstände, unter denen der Erstgeborene und die Ehefrau Konstantins verstarben, macht die Situation noch komplizierter: Die beiden fielen im Verlauf des Jahres 326 in Ungnade, zuerst Crispus und später Fausta. So stellt sich der Abfolge nicht nur nach den Berichten der spätantiken Geschichtsschreiber,35) sondern auch nach den numismatischen Quellen dar.36) Dass Crispus in Pula sein Ende fand, wurde bereits erwähnt.37) Im Falle von Fausta ist der Ort unbekannt.38) Einige Historiker schlagen Trier vor, andere hingegen bevorzugen Rom,39) eine endgültige Antwort ist aber noch immer nicht gefunden.

‹15› Hinsichtlich der Frage, wie Crispus und Fausta starben, gibt es keine große Debatte. Grundlegend ist das Zeugnis des Sidonius Apollinaris, der alle Schuld Konstantin zuweisend schrieb, dass der Kaiser zu isdem fere temporibus extinxerat coniugem Faustam calore balnei, filium Crispum frigore veneni,40) eine Aussage, der die modernen Historiker Glauben zu schenken geneigt sind.41) Ein Grund ist möglicherweise der Bericht der epitome de Caesaribus, in denen zu lesen ist, dass Konstantin seine Frau Fausta tötete, indem sie in ein überhitztes Bad geworfen wurde.42) Natürlich gibt auch Zosimus, der, wie bereits oben erwähnt, dieselbe Quelle zugrunde liegen hat wie die epitome de Caesaribus,43) den Sachverhalt ähnlich wieder. Er behauptet, dass ein auf Konstantins Befehl hin überheiztes Bad die Todesursache Faustas war.44)

‹16› Vielleicht ist es aber gerade die Tatsache, dass ausgerechnet Zosimus das Ende der Fausta in einer äußerst ähnlichen Weise berichtet wie Sidonius Apollinaris, die Zweifel aufkommen lassen sollte.45) Trotzdem bietet die Geschichtswissenschaft einige Erklärungen für die ungewöhnliche Todesart Faustas an. Woods, der auf Soranus, einen Arzt des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, hinweist, meint, dass das Bad in allzu heißem Wasser einen Abtreibungsversuch mit für Fausta tödlichem Ausgang darstelle.46) Der Historiker schreibt Helena dabei eine assistierende Rolle zu, während Crispus Suizid begangen habe, um dem Exil auf einer der Adriainseln zu entgehen, zu dem er von Konstantin verurteilt worden sei.47) Aus dieser Perspektive heraus scheint es so, als habe tatsächlich ein Ehebruch stattgefunden, wenn nicht gar Inzest.48)

‹17› Desnier hingegen fand in der keltischen Kultur und im Roman Leukippe und Kleitophon des Achilleus Tatios Beispiele für Gottesurteile vermittels kochenden Wassers und schließt daraus, dass es sich um einen zutiefst heidnischen Akt gehandelt habe, der dazu gedient haben solle herauszufinden, ob ein Meineid oder ein Ehebruch vorlag, und von der antikonstantinischen Propaganda dem christlichen Kaiser zugeschrieben wurde.49) Diese Deutung ist jedoch wenig überzeugend. Die Tatsache, dass die Hypothese ein kulturelles Umfeld vorwiegend keltischer Prägung voraussetzt,50) wenn es glaubhaft sein soll, dass ein christlicher Kaiser51) zu einem derart stark als heidnisch ausgewiesenen Ritual gegriffen habe, bereitet bereits Probleme, denn der Ort von Faustas Tod ist, wie bereits gesagt, nicht bekannt.52) Ferner hilft es auch nicht diese Version der paganen, antikonstantinischen Kritik zuzuschreiben. Desnier nimmt an, dass Konstantin die zu seiner Zeit gültigen Wertvorstellungen verletzt habe und dass kein Priester sich mit diesem ‚barbarischen‘ Vorgehen in irgendeiner Weise habe identifizieren können.53) Dies scheint aber ein wenig widersprüchlich zum von eben diesem Historiker zitierten Panegyrikus, der im Jahre 310 vom reinigenden Wasser eines lokalen Apollo spricht.54) Außerdem ordnet Konstantin in der von Zosimus überlieferten Version an, dass das Wasser erhitzt werde,55) wohingegen in den von Desnier angeführten Beispielen so scheint, als ob das Wasser sich von selbst während der Probe zu erhitzen beginne.56) Auch in den epitome de Caesaribus scheint das Wasser bereits vor der Ankunft Faustas überhitzt, denn sie wird in balneas ardentes befördert.57) Darüber hinaus handelt es sich in den von Desnier genannten Fällen stets um Quellen, nicht um Bäder, wie in den Berichten der epitome, des Zosimus und des Sidonius Apollinaris.58) Zuletzt bliebe auch noch ein weiteres Detail der Erzählung des Zosimus zu erklären, nämlich die Bekehrung. Warum hätte sich ein heidnischer Kaiser – dies war Konstantin schließlich in der Erzählung des Zosimus zu diesem Zeitpunkt noch59) – zur christlichen Religion hinwenden sollen, nachdem im Verlauf eines heidnischen Ritus’ ein göttliches Urteil die Schuld seiner Frau durch deren Tod nachgewiesen hatte? Desnier möchte in der Angelegenheit eine äußerst subtile von Kaiser Julian ausgearbeitete Kritik erkennen.60) Unter dieser Prämisse müsste angenommen werden, dass Zosimus und vielleicht auch der Verfasser der epitome de Caesaribus Informationen zusammen gefügt hätten, die zuvor deutlich voneinander getrennt gewesen wären, und dass sie dabei nicht auf Details geachtet hätten, unter anderem auch deswegen, weil die zwei Autoren sich gut mit der antikonstantinischen Tradition, die insbesondere durch Julian repräsentiert wird, verbinden lassen.61) Es ist aber gerade diese Tatsache, die die Theorie Desniers weiter schwächt, wenn der letzte Abschnitt des julianischen Werkes De Caesaribus betrachtet wird. Dort wird Konstantin nämlich zum Christen aufgrund der Verzeihung, die von Jesus für jedwedes Vergehen, sogar für die Ermordung von Verwandten, die in diesem Zusammenhang sogar ausdrücklich erwähnt wird, in Aussicht gestellt wird.62) Desnier, der neben anderen auch diesen Passus zitiert, erkennt ebenfalls den Einfluss Julians auf die spätere heidnische Polemik an und ist sich der Probleme bewusst, die in Form des besagten Textabschnittes seiner Hypothese entgegenstehen.63) Seine bereits wiedergegebene Antwort, die übertriebene Grausamkeit seitens Konstantins,64) ist jedoch auch aus einem anderen Grunde nicht völlig überzeugend: Es ist umfassend durch die Gesetzessammlungen der Spätantike belegt, dass die Bestrafungen in jener Zeit (zumindest dem Gesetzestexte nach) sehr grausam waren.65)

‹18› Vielleicht ist an diesem Punkte angebracht sich daran zu erinnern, dass Crispus beinahe zur selben Zeit starb, jedoch laut Sidonius Apollinaris auf andere Weise.66) Die Interpretation Desniers liefert keinerlei Erklärung für die Unterschiede, sondern konstatiert in Hinblick auf den Tod Faustas, dass diese Version nur dann Sinn gehabt habe, wenn sie einer antikonstantinischen Propaganda dienlich war.67) Allerdings kann auch das Gift für antikonstantinische Propaganda herangezogen werden: Nero, das Paradebeispiel für einen entarteten Kaiser, wählte für Hinrichtungen Gift und überhitzte Bäder68) und in der Tat enthält auch der Brief, in dem Sidonius Apollianris die Informationen zum Jahre 326 liefert, eine Anspielung auf Nero:

‹19› Saturni aurea saecla quis requirat?
Sunt haec gemmea, sed Neroniana.69)

‹20› Wie Stoehr-Monjou herausgearbeitet hat, sind die von Sidonius Apollinaris angedeuteten Parallelen zwischen dem ersten christlichen Kaiser und dem letzten der julisch-claudischen Dynastie bei einem nur ein wenig genaueren Blick erkennbar, vor allem wenn auch noch die Erzählung des Zosimus herangezogen wird:

‹21› On trouve une mère impliquée dans le pouvoir (Agrippine, Hélène), une épouse légitime, Augusta, fille d’empereur (Claude, Maximien) tuée dans un bain brûlant (Octavie, Fausta), un jeune homme brillant empoisonné (Britannicus, Crispus).70)

‹22› Aber wie glaubhaft ist unter diesem Aspekt ein Bericht, der zum ersten Mal ein tödliches Gift in Bezug auf Crispus erwähnt? Der Autor des Briefes war schließlich ein Liebhaber von Wortspielen71) und gebraucht im zum Thema hinführenden Satz das Wort tacitus,72) das in gewisser Weise vielleicht sogar auf die empfohlene Deutung hinweist, indem ganz diskret bereits der Name eines kaiserzeitlichen Autors genannt wird, der (neben anderen) über die neronische Zeit berichtet.73)

‹23› Auch Gregor von Tours spricht in seiner Geschichte der Franken von Gift,74) doch wird er gewöhnlich als abhängig vom Zeugnis des Sidonius Apollinaris angesehen.75) Von Nahem betrachtet ist der Text zwar ähnlich, aber nicht gleich. Er lautet:

‹24› Hic Constantinus anno vicesimo imperii sui Crispum filium veneno, Faustam coniugem calentem balneo interfecit, scilicet quod proditores regni eius esse voluissent.76)

‹25› Wenn der Bischof lediglich von Sidonius Apollinaris abhinge, so könnte er kein genaues Jahr angeben, da im gesamten Brief kein Datum genannt wird, sondern lediglich die Herrschaftszeit Konstantins.77) Die Chronik des Hieronymus, die andere Quelle Gregor von Tours, die in der Edition angegeben ist,78) hat eine andere Datierung, zumindest für den Tod Faustas.79) Wie von Stoehr-Monjou angemerkt wurde, werden auch die Details der Tode anders erzählt: die Kälte des Giftes fehlt völlig und Faustam coniugem calentem (oder calente) balneo entspricht auch nicht ganz genau coniugem Faustam calore balnei.80) Stoehr-Monjou meint quia scilicet werde von der Formulierung scilicet quod wieder aufgegriffen,81) aber der Kontext ist anders, da Sidonius Apollinaris mit seinem quia scilicet die diamantenen, aber neronischen Zeitalter erklärt,82) während Gregor von Tours den Tötungen einen Sinn zu geben scheint, wenn er von Verrat spricht.83) Seeck misst der Information keinerlei Wert bei, denn der Nebensatz sei offenbar eine Vermutung Gregor von Tours‘ und daher nicht als ein wirkliches Quellenzeugnis für die behandelte Frage anzusehen.84) Stoehr-Monjou hingegen schließt nicht per se aus, dass es sich um den Nachhall einer ansonsten verlorenen Überlieferung handeln könnte.85)

‹26› Wie auch immer die Antwort auf diese Frage lauten mag, so dürfte es nicht völlig verfehlt sein, die Idee eines Verrates, also einen politischeren Grund für den Tod des Crispus und der Fausta, in Betracht zu ziehen. Es reicht an dieser Stelle vielleicht schon auf Herrmann-Otto hinzuweisen, die feststellte, dass ein Sittenskandal das gängige Mittel zur Beseitigung politischer Verschwörer gewesen sei, sobald eine Frau involviert war.86) Vielleicht existieren aber noch weitere Indizien, die eine politische Erklärung für die Tode von Crispus und seiner Stiefmutter stützen würden.

Politische Gründe?

‹27› Im breviarium des Eutrop sind einige Worte zu finden, die zum Nachdenken anregen sollten. Konstantin habe, so heißt es dort, nicht nur Crispus und seine eigene Frau, sondern auch den Sohn der Schwester und später zahlreiche Freunde getötet.87) Dass der Neffe mit Licinianus zu identifizieren ist, scheint einigermaßen offensichtlich,88) aber bei den zahlreichen Freunden fällt dies schwerer. Austin ist sich sicher, dass numerosi amici eine Übertreibung sei, denn “the only known associates of Crispus were his supervisory praefecti praetorio, Vettius Rufinus and his successor in Gaul Iunius Bassus.”89) Auf den ersten Blick mag dies überzeugen, doch die Tatsache, dass andere Freunde des Crispus bisher nicht identifiziert wurden, bedeutet nicht, dass sie nicht existierten. Vor allem muss aber gefragt werden, warum es sich zwangsläufig um Freunde des Crispus handeln muss. Bei Eutrop steht nicht, um wessen Freunde es sich handelt,90) weswegen der Passus sich durchaus auch auf Personen im Umkreis Konstantins beziehen könnte.

‹28› Die Informationen zu diesen amici sind jedenfalls rar und einige von diesen ebenso diskussionswürdig, wie die tatsächliche Exekution der betreffenden Personen selbst. Barnes schlägt vor, ein Beispiel für eine in diesen Kontext zu verortende Verbannung in der Person des Ceionius Rufius Albinus zu sehen, muss aber eingestehen, dass eine solide Grundlage für diese Behauptung nicht gegeben ist.91) Potter interpretiert eine Passage bei Ausonius dahingehend, dass Julius Costantius nach seinem Dienst in der Bassianus-Affäre und der Geburt seines Sohnes Gallus “was later sent into semi-exile (possibly in the context of the [...] dynastic tumult of 326)”.92) Ein weiteres Indiz könnte man, so der Historiker weiter, im Fall des Konsuls des Jahres 325 erkennen: Valerius Proculus fiel in Ungnade und wurde seines Amtes enthoben.93) Auch wenn es nicht sicher ist, dass Licinianus, wie Eutrop schrieb, im Jahre 326 starb,94) sondern vielleicht, wie Herrmann-Otto behauptet, “erst einige Zeit später als Zwangsarbeiter”,95) könnte sich sein Schicksal theoretisch im hier betrachteten Zeitraum beschlossen haben.

‹29› Prozesse wegen Laesae maiestatis und Ehebruchs hatten für Standespersonen im Falle der Verurteilung entweder das Exil auf einer Insel ohne Wasser und Feuer oder die Hinrichtung mit dem Schwert zur Konsequenz.96) Diese Gewohnheit wurde in den genannten Beispielen respektiert oder in den Fällen, in denen die kaiserliche Verwandtschaft betroffen war, ein wenig modifiziert. Im Falle von Crispus und Fausta würde es sich aber um eine eher unerklärliche Änderung handeln, wenn es sich nicht einzig und allein um eine Erfindung antikonstantinischer Propaganda handelt.

‹30› Der jüngst erschienene Aufsatz Olbrichs scheint Klärung zu bringen. Dem Forscher zufolge lassen sich einige Gründe ausmachen, weshalb der westliche Reichsteil mit der Herrschaft Konstantins möglicherweise unzufrieden war. Rom, womit in erster Linie wohl die dortige Aristokratie gemeint ist, könnte einen Verlust an Bedeutung gefürchtet haben, der sich nicht nur, aber am wohl sichtbarsten in der ‘Gründung’ Konstantinopels widerspiegelt.97) Tatsächlich besuchte Konstantin die alte Hauptstadt lediglich zweimal vor dem Jahre 326 und auch beide Male nur für kurze Zeit,98) der Senatorenstand wurde nach und nach von der Regierung ausgeschlossen99) und das große Konzil des Jahres 325 fand im Osten, in Nicaea, statt.100) Die Bedeutung des letzten Faktes für Rom mag unterschiedlich bewertbar sein. Festzuhalten bleibt aber, dass in Kleinasien ein weiteres bedeutendes Ereignis stattfand, das sich vielleicht als finaler Fehltritt interpretieren ließe: Konstantin begann die Feier seiner vicennalia in Nikomedia101) und das, obwohl Rom, das 315 schon der Ort war, an dem die decennalia gefeiert wurden, noch immer in seiner symbolischen Bedeutung nicht zu vernachlässigen war.102)

‹31› Obschon Konstantin seine vicennalia noch ein zweites Mal in Rom feiern wollte, dürfte sich daher der Vorgang in Nikomedia sehr negativ auf das Selbstwertgefühl der Hauptstadt ausgewirkt haben.103) Es kann infolgedessen nicht übermäßig überraschen, wenn die stadtrömische Oberschicht auf der Suche nach jemand Mächtigem gewesen wäre, der sich des angekratzten Selbstbewusstseins und der Bedürfnisse des caput mundi annehmen sollte. Schon der Ausrufung des Usurpators Maxentius im Jahre 306 lagen solche Motive zu Grunde.104)

‹32› Crispus musste spätestens nach seinem nicht unerheblichen Beitrag zum Siege Konstantins über Licinius als ein potentieller Kandidat mit den gesuchten Eigenschaften erscheinen.105) Es fehlt also nur ein Motiv, weswegen Crispus an einem Zusammengehen mit besagter Oberschicht interessiert gewesen sein könnte. Olbrich rät dazu einen Blick auf die zentrale Frage des Konzils von Nicaea zu werfen: Es ging vor allem um das Verhältnis zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn.106)

‹33› Es ist umfassend bezeugt, dass der Kaiser im spätantiken imperium Romanum seiner Schutzgottheit angeglichen wurde und sich mit dieser identifizierte, was eine Verquickung von Herrschaft und dem Bereich des Göttlichen mit sich brachte.107) Die Entscheidung des Konzils, dass Gott und Christus wesensgleich seien (und nicht bloß wesensähnlich), könnte daher nach Olbrich eine politische Botschaft implizieren, in der nicht nur das Verhältnis zwischen dem christlichen Gott und seinem Sohn, sondern auch zwischen Konstantin und seinem Sohn Crispus geklärt würde, oder zumindest als solche aufgefasst werden.108) Darüber hinaus wäre auch denkbar, dass Crispus sich eine gewisse Belohnung für seine treue und erfolgreiche Zeit als Caesar erhofft hat.109)

‹34› Pula, der “out-of-the-way place”,110) an dem Crispus starb, verstärkt die Idee einer Verbannung, nicht nur weil es auch der Todesort des Gallus war, der dort, nachdem er wegen seiner politischen Ambitionen ins Exil geschickt worden war, prozessiert und verurteilt wurde.111) Für die Jahre 283 bis 361 sind lediglich zwei kaiserliche Aufenthalte in Pula belegt, der des Crispus und derjenige des Gallus,112) und die Stadt liegt in der Nähe der Adriainseln, die als geeignete Aufenthaltsorte für ein Exil angesehen wurden.113) Eine in diesem Zusammenhang offene und vielleicht auch für immer unbeantwortet bleibende Frage ist, ob Crispus in Pula heimtückisch vergiftet wurde, ob er, um die Verbannung zu umgehen, selbst den Freitod wählte oder ob er unter Zwang Suizid beging wie in tetrarchischer Zeit Severus oder auch Maximinian, nachdem er mit seinem Versuch wieder an die Macht zu gelangen gescheitert war.114) Eine Hinrichtung durch Gift im strengen Sinne ist jedenfalls auszuschließen.115)

‹35› Bisher könnte alles auf eine politische Verschwörung hin gedeutet werden, wenn nicht auch der Tod Faustas zu berücksichtigen wäre. Die Möglichkeiten zur Einpassung dieses Sachverhaltes sind drei: Entweder hatte Fausta überhaupt nichts mit der ganzen Angelegenheit zu tun, was angesichts der Quellenlage, insbesondere der numismatischen,116) nicht allzu wahrscheinlich scheint, oder sie agierte gegen Crispus oder, was das völlige Gegenteil zur zweiten Möglichkeit darstellt, sie unterstützte diesen in seinen Anliegen. Das große Problem im Falle der letzten beiden Vorschläge ist die Zeitspanne, die zwischen dem Verschwinden des Crispus und demjenigen Faustas von den Münzen liegt,117) da diese auch unterschiedliche Zeitpunkte für die Momente, in denen die beiden in Ungnade fielen, impliziert.

‹36› War es also eine falsche Anklage ihres Stiefsohnes, mit der Fausta zunächst dessen Ende und nach Bekanntwerden der Unwahrheit auch ihr eigenes herbeiführte?118)Oder fühlte sich die Frau Konstantins den Zielen Crispus’119) und/oder der stadtrömischen Oberschicht verbunden?120)

‹37› In jedem Falle wären aber die außergewöhnlichen Todesumstände Faustas durch eine Antwort auf diese Fragen nicht erklärt. Eine Lösung bietet Olbrich an, der vom juristischen Grundsatz par in parem non habet imperium ausgehend meint, dass der Augustus Konstantin keine Jurisdiktion über die Augustae Fausta und Helena besessen habe.121) Es habe infolgedessen kein Mittel zur Verurteilung einer Augusta existiert, was dazu geführt habe, dass man Faustas Tod im Bad als Unfall habe aussehen lassen wollen.122) Dem besagten Historiker scheint es einerseits angesichts der Tatsache, dass Konstantin stets darauf geachtet habe sich juristisch einwandfrei zu verhalten, und andererseits aufgrund der Nennung Helenas als treibender Kraft in einem Teil der Quellen,123) sinnvoll Konstantins Mutter als Verantwortliche für den Mord an Fausta gegenüber ihrem Sohn vorzuziehen.124) Die Pilgerreise ins Heilige Land mit allen ihren Details sei unter diesem Gesichtspunkt weiterhin als Sühneakt, jedoch nicht für Konstantin, sondern für sie selbst, zu sehen, selbst wenn sich nicht eindeutig bestimmen lasse, “inwieweit verordnetes Ehrenexil oder selbstgewählte Buße als Motiv ihres Palästinaaufenthalts überwogen.”125)

Fazit

‹38› Was lässt sich nach all diesen Überlegungen abschließend mit Sicherheit festhalten? Zunächst einmal steht fest, dass die Theorie Guthries, so plausibel sie auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag, aus der Nähe betrachtet der Kritik nicht standzuhalten vermag. Sie liefert keine nachvollziehbaren Gründe dafür, weshalb Konstantin sich gerade in diesem Moment von seinem Erstgeborenen, dem unehelichen Kind, zum Zwecke der Förderung seiner übrigen, ehelichen Söhne Konstantin II., Constantius II. und Constans habe trennen wollen. Dennoch ist es dem Historiker als Verdienst anzurechnen, dass er nach einer Erklärung für den Tod des Crispus suchte ohne ihn mit dem zeitlich später liegenden Lebensende Faustas zu verknüpfen, denn in der Tat ist es ein Problem zahlreicher theoretischer Konstrukte, dass sie eine Beziehung zwischen den beiden Toden annehmen ohne das spätere Ende Faustas zu erklären.

‹39› Zwingende Beweise für einen der von der Forschung vorgestellten möglichen Verläufe gibt es nicht, lediglich Indizien, die mal mehr, mal weniger zweideutig sind. Aus diesem Grund lässt sich ein Ehebruch/Inzest nicht ausschließen, obwohl die Waage sich mehr in Richtung einer politischen Verschwörung neigt. Gerade die zwischen den beiden Toden verstrichene Zeit lässt sogar eine Kombination der verschiedenen Ansätze zu: Zunächst ein etwas zu ambitionierter Caesar Crispus und kurz darauf Konstantins Ehefrau, die einen Ehebruch begeht, was ja nicht zwangsläufig mit dem Schwiegersohn geschehen muss.126) Die außergewöhnlichen Todesarten von Crispus und Fausta, das Gift und das überhitzte Bad, lassen sich ebenfalls mit den verschiedenen Theorien vereinen. Wenn sie zudem nicht völlig verneint und als erfunden abgetan werden sollen, so ist mit aller Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie dem kaiserlichen Ruf schwer geschadet haben und eine Stilisierung Konstantins zu einem neuen Nero ermöglicht haben. Natürlich werden durch eine solche Charakterzeichnung die tatsächlichen Vorgänge nicht klarer und Konstantins Verantwortlichkeit weder bewiesen noch widerlegt, doch wird diese vielleicht auch für immer unklar bleiben. Allerdings könnte die überraschende Rückkehr des Ceionius Rufus Albinus aus der Verbannung127) vor dem geschilderten Hintergrund als kaiserliche Maßnahme zur Verbesserung der Beziehungen zur Oberschicht gedeutet werden, wie auch andere Entscheidungen des Kaisers dies in Bezug auf die Heiden zum Ziel gehabt haben könnten.128)

‹40› Neben einer Überprüfung dieser Interpretation verschiedener Ereignisse nach 326, die einem Heiden positiv erschienen sein könnten, sollte auch eine Analyse der in konstantinischer Zeit erlassenen Gesetze zu der hier behandelten Fragestellung vorgenommen werden,129) auch wenn dies die Lokalisierungs- und Datierungsfragen, die bezüglich des Inhalts der spätantiken Gesetzessammlungen bestehen,130) nicht löst, sondern die Relevanz einer Lösungssuche nur weiter hervorhebt. Dass eine Betrachtung dennoch lohnend sein könnte, wird evident, wenn man sich vor Augen hält, dass die Gesetzestexte propagandistische Spuren der hier behandelten Thematik enthalten könnten, vielleicht sogar als Ausdruck kaiserliche Reue gelesen werden könnten.131) Freilich bleibt neben dem Ergebnis dieser Untersuchung der Rechtstexte abzuwarten, ob und inwieweit sich der Vorschlag Olbrichs, dass Helena maßgeblich für die Tode Faustas und Crispus’ verantwortlich sein könne, durchsetzen wird.

Quellen- und Literaturverzeichnis

Quellen

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  • Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte. Herausgegeben und eingeleitet von Heinrich Kraft. Die Übersetzung von Philipp Haeuser (Kempten 1932) wurde neu durchgesehen von Hans Armin Gärtner. Darmstadt 1967.
  • Eutropii Breviarium ab urbe condita recognovit Carolus Santini. Editio stereotypa editionis primae (MCMLXXIX). Stuttgart / Leipzig 1992.
  • Excerpta Valesiana recensuit Jacques Moreau. Editionem correctiorem curavit Velizar Velkov. Leipzig 1968.
  • Gregorii episcopi Turonensis Libri historiarum X. Editionem alteram curaverunt Bruno Krusch et Wilhelmus Levinson. Hannover 1951 (=MGH ss. rer. Merov. 1,1).
  • Eusebius Werke. Siebenter Band. Die Chronik des Hieronymus. Hieronymi Chronicon. Herausgegeben in 2. Auflage von Rudolf Helm, 3. unveränderte Auflage mit einer Vorbemerkung von Ursula Treu. Berlin 1984 (=Die christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte. Eusebius. 7. Band).
  • L’empereur Julien. Oeuvres complètes. Tome II – 2e partie. Discours de Julien empereur: Les Césars, Sur Hélois roi, Le Misopogon. Texte établi et traduit par Christian Lacombrade. Paris 1964.
  • Orose: Histoires (contre les Païens). Tome III. Livre VII. Index. Texte établi et traduit par Marie-Pierre Arnaud-Lindet. Paris 1991.
  • Photius: Bibliothèque. Tome I („codices“ 1–84). Texte établi et traduit par René Henry. Paris 1959.
  • Sexti Aurelii Victoris Liber de Caesaribus. Praecedunt origo gentis Romanae et liber de viris illustribus urbis Romae. Subsequitur Epitome de Caesaribus. Recensuit Fr. Pichlmayr. Editio stereotypa correctior editionis pirmae. Addenda et corrigenda iterum collegit et adiecit R. Gruendel. Leipzig 1966.
  • Sidoine Apollinaire. Tome II. Lettres (Livres I-V). Texte établi et traduit par André Loyen. Paris 1970.
  • Sozomène: Histoire ecclésiastique. Livres I-II. Texte grec de l’édition J. Bidez. Introduction par Bernard Grillet et Guy Sabbah. Traduction par André-Jean Festugière. Annotation par Guy Sabbah. Paris 1983.
  • Zosime: Histoire nouvelle. Tome I (Livres I et II). Texte établi et traduit par François Paschoud. Paris 1971.

Literatur

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  • Brandt, Hartwin: Konstantin der Große. Der erste christliche Kaiser. Eine Biographie. München 2006.
  • Cara, Pietro: La successione di Costantino. In: Aevum 67 (1993), S. 173–180.
  • Desnier, J[ean]-L[uc]: Zosime II, 29 et la mort de Fausta. In: BAGB 3 (1987), S. 297–309.
  • Drijvers, Jan W.: Flavia Maxima Fausta. Some Remarks. In: Historia 41 (1992), S. 500–506.
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  • Grünewald, Thomas: Constantinus Maximus Augustus. Herrschaftspropaganda in der zeitgenössischen Überlieferung. Stuttgart 1990 (=Historia Einzelschriften Bd. 64).
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  • Herrmann-Otto, Elisabeth: Konstantin der Große. Darmstadt 2007 (=Gestalten der Antike).
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  • Olbrich, Konstantin: Kaiser in der Krise – religions- und rechtsgeschichtliche Aspekte der ‚Familienmorde‘ des Jahres 326. In: Klio 92 (2010), S. 104–116.
  • Pohlsander, Hans A.: Crispus: Brilliant Career and Tragic End. In: Historia 33 (1984), S. 79–106.
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  • Potter, David [S.]: Constantine and Fausta. In: Harvey iunior, Paul B. / Conybeare, Catherine (Hrsg.): Maxima debetur magistro reverentia. Essays on Rome and the Roman Tradition in Honor of Russell T. Scott. Como 2009 (=Biblioteca di Athenaeum 54), S. 137–153.
  • Rougé, J[ean?]: Fausta, femme de Constantin: victime ou criminelle. In: CH 25 (1980), S. 3–17.
  • Seeck, Otto: s.v. Crispus 9). In: RE 4,2 (1901), Z. 1722–1724.
  • Seeck, Otto: s.v. Fausta 3). In: RE 6,2 (1909), Z. 2084–2086.
  • Seeck, Otto: Die Verwandtenmorde Constantin’s des Grossen. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 33 (1890), S. 63–77.
  • Stoehr-Monjou, Annick: Sidoine Apollinaire, ep. 5,8. Constantin le Grand, nouveau Néron. In: Guillaumont, François/Laurence, Patrick (Hrsg): La présence de l’histoire dans l’épistolaire. Tours 2012 (=Epistulae Antiquae 7), S. 239–260.
  • Woods, David: On the Death of the Empress Fausta. In: G&R 45 (1998), S. 70–86.

Fußnoten

  1. Für generelle Informationen zu Forschungspositionen in Hinblick auf diese Fragen s. z.B. Herrmann-Otto, Elisabeth: Konstantin der Große. Darmstadt 2007 (=Gestalten der Antike).S. 42–48, die aber natürlich nur die bis zum eigenen Erscheinen publizierte Literatur berücksichtigen konnte; sehr synthetisch zur Entwicklung auch Marcone, Arnaldo: Pagano e Cristiano. Vita e mito di Costantino. Rom-Bari 2002 (=Storia e Società), S. 189–194. »
  2. Zu Details s. unten. »
  3. Nicht nur die zahlreichen Biographien, von denen viele anlässlich der 1700. Wiederkehr der konstantinischen Herrschaft veröffentlicht wurden, behandeln das Thema (s. z.B. Brandt, Hartwin: Konstantin der Große. Der erste christliche Kaiser. Eine Biographie. München 2006, S. 118–123; Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 134–146; Potter, David S.: Constantine the Emperor. Oxford [u.a.] 2013, S. 243–247), sondern bereits seit Beginn der 1980er erfreut sich die Angelegenheit einer gewissen Aufmerksamkeit (s. z.B. Austin, N[orman] J. E.:Constantine and Crispus, A. D. 326. In: AClass 23 (1980), S. 133–138, Desnier, J[ean]-L[uc]: Zosime II, 29 et la mort de Fausta. In: BAGB 3 (1987), S. 297–309, Drijvers, Jan W.: Flavia Maxima Fausta. Some Remarks. In: Historia 41 (1992), S. 500–506, Marasco, Gabriele: Costantino e le uccisioni di Crispo e Fausta (326 D.C.). In: RFIC 121 (1993), S. 297–318, Pohlsander, Hans A.: Crispus: Brilliant Career and Tragic End. In: Historia 33 (1984), S. 79–106, insbesondere S. 98–106; Potter, David [S.]: Constantine and Fausta. In: Harvey iunior, Paul B. / Conybeare, Catherine (Hrsg.): Maxima debetur magistro reverentia. Essays on Rome and the Roman Tradition in Honor of Russell T. Scott. Como 2009 (=Biblioteca di Athenaeum 54), S. 137–153, Rougé, J[ean?]: Fausta, femme de Constantin: victime ou criminelle. In: CH 25 (1980), S. 3–17; Woods, David: On the Death of the Empress Fausta. In: G&R 45 (1998), S. 70–86). »
  4. Vgl. Hermann-Otto, Konstantin der Große, S. 143. Zu Details s. auch ebd., S. 239 Anm. 148. »
  5. Vgl. Marcone, Pagano e cristiano, S. 132. »
  6. Vgl. z.B. Evans Grubbs, Judith: Law and Family in Late Antiquity. The Emperor Constantine’s Marriage Legislation. Oxford [u.a.] ²1999, S. 36f. einschließlich der Anmerkungen; Grünewald, Thomas: Constantinus Maximus Augustus. Herrschaftspropaganda in der zeitgenössischen Überlieferung. Stuttgart 1990 (=Historia Einzelschriften Bd. 64), S. 144f.; Stoehr-Monjou, Annick: Sidoine Apollinaire, ep. 5,8. Constantin le Grand, nouveau Néron. In: Guillaumont, François/Laurence, Patrick (Hrsg): La présence de l’histoire dans l’épistolaire. Tours 2012 (=Epistulae Antiquae 7), S. 239–260, hier S. 247f. einschließlich der Anmerkungen 52–58. »
  7. Vgl. Guthrie, Patrick: The Execution of Crispus. In: Phoenix 20 (1966), S. 325–331, hier S. 325. Er unterstreicht seine Ansicht erneut auf S. 327. »
  8. Vgl. Guthrie, Execution, S. 327. »
  9. Guthrie, Execution, S. 327. »
  10. Vgl.. Pohlsander, Crispus, S. 105f. Als Beleg für die allgemeine Akzeptanz sei auf Stoehr-Monjou, nouveau Néron, S. 247 Anm. 54 als jüngstes Beispiel verwiesen. »
  11. Vgl. z.B. Pohlsander, Crispus, S. 105; Marcone, Pagano e Cristiano, S. 110. Laut Pohlsander, Cripus, S 91 erfreute sich Crispus derselben öffentlichen Hervorhebung wie Konstantin II. Cara, Pietro: La successione di Costantino. In: Aevum 67 (1993), S. 173–180, hier S. 174f. unterstreicht hingegen mit Nachdruck die Bevorzugung des Erstgeborenen durch Konstantin und die Bedeutung des Anciennitätprizips bei der Nachfolge im Rahmen der Ikonographie. Es sei in diesem Zusammenhang noch angemerkt, dass die von Rougé, Fausta, femme de Constantin, S. 16f. geführte Diskussion, ob Konstantin II. ein Sohn Faustas war oder nicht, für die Repräsentation keine besondere Rolle spielt, aber in dem Fall, dass Konstantin II. entgegen der communis opinio ein unehelicher Sohn Konstantins wäre, die Theorie Guthries endgültig hinfällig machen würde. »
  12. Pohlsander, Crispus, S. 105 tritt für die Unehelichkeit ein, ebenso Benjamin, Conrad: s.v. Constantinus 2). In: RE 4,1 (1900), Sp. 1013–1026, hier Sp. 1014, der jedoch eine spätere Legitimation nicht völlig ausschließen möchte. Woods, On the death, S 72 setzt hinzu: “it is not at all clear that Crispus and Constantine were actually illegitimate.” Evans Grubbs, Law and Family, S. 306f. spricht sich dafür aus, Crispus als uneheliches Kind, Konstantin hingegen als eheliches anzusehen. »
  13. Vgl. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 166–169. Laut Cara, La succesione, passim, insbesondere S. 176 sei die Anciennität das neue Nachfolgeprinzip gewesen und in der Aufteilung der Gebiete müsse man vor allem eine administrative Maßnahme zur Erleichterung des Regierens erkennen. »
  14. Für die Jahre 306–324 s. in Kürze Benjamin, Constantinus, Z. 1015–1020, der jedoch aufgrund seines Alters mit einer gewissen Vorsicht zu lesen ist. Für neueste und detailliertere Informationen zu diesem Zeitraum, aber auch zur Tetrachie s. z.B. Potter, Constantine, S. 107–214. »
  15. Vgl. Pohlsander, Crispus, S. 105. »
  16. Vgl. Pohlsander, Crispus, S. 86–98. »
  17. Vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 132f.; Woods, on the death, S. 72. Zu weiteren Beispiele der Anwendung der damnatio memoriae s. Grünewald, Constantinus Maximus Augustus, S. 145 mit Anm. 80. »
  18. Vgl. Amm. Marc. 14,11,20 [Übersetzung: wo einst, wie wir hörten, Crispus, der Sohn Konstantins getötet wurde.]. »
  19. Vgl. z.B. Potter, Constantine, S. 244; Pohlsander, Crispus, S. 99. »
  20. Die excerpta Valesiana berichten über Crispus’ und Konstantins Siege über Licinius sowie über dessen Ende, gehen aber danach daran von Konstantin II als Caesar und seinem Sieg über die Goten zu berichten ohne den Tod Faustas oder Crispus’ zu erwähnen (vgl. Exc. Val. 1,23–31). Schon Seeck, Otto: Die Verwandtenmorde Constantin’s des Grossen. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 33 (1890), S. 63–77, hier S. 66 stellte diesen Sachverhalt fest. Eusebius passte, wie schon oben gesagt, seine Kirchengeschichte an die neuen Umstände an und vermeide in späteren Werken das Thema (vgl. z.B. Brandt, Konstantin der Große, S. 119). Luigi Tartaglia, der neben anderen das eusebianische Werk de vita Constantini herausgegeben hat, möchte in dem Abschnitt 1,47,2 eine Anspielung auf den Tod des Crispus und der Fausta erkennen. Gleichwohl nennt er auch die Ansicht Habichts, der diesen Passus nur auf die Bassianusaffäre bezogen sehen möchte (vgl. Tartaglia, Eusebio di Cesarea, S. 73 Anm. 132). Bleckmann, Bruno: Zwischen Geschichtsschreibung und Panegyrik? Das Problem der kritischen Passagen zu Konstantin in der Vita Constantini des Eusebios. In: Malosse, Pierre-Louis [u.a.] (Hrsg.): Clio sous le regard d’Hermès. L’utilisation de l’histoire dans la rhétorique ancienne de l’époque hellénistique à l’Antiquité tardive. Actes du colloque international de Montpellier (18–20 octobre 2007). Alessandria 2010, S. 231–235, hier S. 231 Anm. 2 schließt aufgrund der Chronologie der Erzählung eine Anspielung auf das Jahr 326 aus. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256 Anm. 108 erwähnt, dass die Ansicht Tartaglias auch von anderen Forscher geteilt werde, bezieht selbst aber keine Position. »
  21. Vgl.. Hier. Chron. 313F (S. 231 ed. Helm). Das Jahr 325 als Todesjahr des Crispus ist irrig, wie nicht nur andere Chroniken, sondern auch die numismatischen Quellen belegen (vgl. Pohlsander, Crispus, S. 99). Wie von Marasco, le uccisioni, S. 301f. hervorgehoben wird, bestätigt auch Soz. hist. eccl. 1,5,2 in gewisser Weise das Jahr 326, auch wenn im Kommentar Sabbahs die Edikte nicht in dieses Jahr, sondern früher datiert werden (vgl. Sabbah, Sozomène: histoire ecclésiastique, S. 130f. Anm. 1). »
  22. Vgl. Aur. Vict. Caes. 41,11; Oros. adv. pag. 7,26. »
  23. Vgl. Eutr. 10,6,3. »
  24. Vgl. Epit. de Caes. 41,11–12. »
  25. Vgl. Zos. 2,29,2. Dass es sich um einen Inzest handelt, wenn Fausta ein Verhältnis mit Crispus hatte, auch wenn dieser der Sohn von Konstantin und Minervina war (vgl. z.B. Guthrie, Execution, S. 325), ist in der Forschung weitgehend akzeptiert (vgl. z.B. Marasco, le uccisioni, S. 316, Marcone, Cristiano e Pagano, S. 133). »
  26. Vgl. Marasco, le uccisioni, S. 304. Auch Seeck, Verwandtenmorde, S. 67 nimmt eine gemeinsame Quelle für die Epitome und Zosimus an, fügt aber den beiden auch noch die passio Artemii als ebenfalls abhängig von dieser Ursprungsquelle hinzu. »
  27. Vgl. Brandt, Konstantin der Große, S. 119; Guthrie, Execution, S. 327; Herrmann-Otto, Konstantin, S. 142; Marasco, le uccisioni, S. 307f.; Pohlsander, Crispus, S. 101 und 103f.; Potter, Constantine and Fausta, S. 150 f.; Woods, On the death, S. 84 Anm. 17 und andere. »
  28. Vgl. Potter, Constantine and Fausta, S. 147. Auch Rougé, Fausta, femme de Constantin, S. 4–10;S. 14 argumentiert ausführlich für einen geringen Altersunterschied. »
  29. Vgl. Drijvers, Flavia Maxima Fausta, S. 503. »
  30. Vgl. Pohlsander, Crispus, S. 104. »
  31. Diese Beobachtung machte bereits Seeck, Verwandtenmorde, S. 66. Dass Crispus und Fausta beide im Jahre 326 starben, wird in erster Linie durch ihr Verschwinden von den Münzen belegt (vgl. Potter, Constantine and Fausta, S. 142–144). Der Bericht bei Hier. Chron. 314 F (S. 232 Helm), der den Tod Faustas in das Jahr 328 datiert, ist auch deswegen nicht glaubhaft, weil schon das für den Tod des Crispus dargebotene Datum nicht korrekt sein dürfte (vgl. oben Anm. 21). Potter, Constantine and Fausta, S. 149 und ders.Constantine, S. 245 schließt nicht aus, dass diese Angabe doch korrekt sein könne, da das Fehlen auf Münzen einen Tod in unmittelbarer zeitlicher Nähe zwar wahrscheinlich mache, aber dieser hierdurch eben auch nicht eindeutig bewiesen sei. »
  32. Vgl. Drijvers, Flavia Maxima Fausta, S. 501 Anm. 6. »
  33. Vgl. Potter, Constatine, p. 247 der ebd. beinahe dieselben Worte gebraucht, die auch seinen Aufsatz von 2009 beenden: “Even years later, when he felt that the imperial college could be expanded to include more people than her three sons, he did not remarry, and there is no suggestion that he contracted any other significant relationship with a woman. This does not fit the pattern of his earlier conduct, or that of other emperors, for whom prolonged bacherlorhood seems not to have been an option. Constantine’s self-imposed public celibacy leaves one final impression. However serious their quarrel, and serious that quarrel must have been, he seems never to have ceased loving his wife.” (Potter, Constantine and Fausta, S. 153). Die einzigen, inhaltlich wenig bedeutsamen Veränderungen betreffen die hier kursiv hervorgehobenen Worte: “her” wurde zu “Fausta’s”, “does not” wurde durch “doesn’t at all” ersetzt, “public” wurde gestrichen, zwischen “leaves” und “one” wurde noch “us” eigefügt und “that quarrel” in ein einfaches “it” umgewandelt (vgl. Potter, Constantine, S. 247). »
  34. Wie mit drei männlichen Söhnen (vgl. z.B. Benjamin, Constantinus, passim) leicht erkennbar sein dürfte, war die Notwendigkeit Erben zu zeugen für Konstantin nicht mehr unbedingt gegeben. Eine ideologische Erklärung für dieses Verhalten könnte man in der Bemühung um die Assimilation von Christus und Konstantin sehen (zum Thema s. Olbrich, Konstantin: Kaiser in der Krise – religions- und rechtsgeschichtliche Aspekte der ‚Familienmorde‘ des Jahres 326. In: Klio 92 (2010), S. 104–116, hier S. 205–207; auch Marcone hebt an verschiedenen Stellen die ideologische Nähe zwischen dem Kaiser/den Kaisern und dem Bereich des Göttlichen hervor (vgl. Marcone, Cristiano e Pagano, S. 93; 104; 130; 174–178)). Es ist auch interessant zu lesen, was Seeck, Verwandtenmorde, S. 70, über eine Erklärung des Inzestes nachsinnend, in Bezug auf Kaiser Konstantin im Jahre 326 schrieb: “[...] Constantin war zwar noch nicht alt, aber doch über die erste Jugend längst hinaus, dazu, was ich für unzweifelhaft halte, ein eifriger Christ, der sich den Himmel vielleicht auch durch fleischliche Askese zu verdienen suchte.” »
  35. Vgl. z.B. Epit. de Caes. 41,11–12; Hier. Chron. 313F-314F (S. 231f. Helm); Zos. 2,29,2. »
  36. Vgl. Potter, Constantine and Fausta, S. 142–144 und 149. S. auch oben Anm. 32. »
  37. Vgl. oben Anm. 18 und 19»
  38. Vgl. Pohlsander, Crispus, S. 104. »
  39. Laut Drijvers, Flavia Maxima Fausta, S. 506 Anm. 42 tritt R[amsay] MacMullen: Constantine, London ²1987 [non vidi] für Trier ein. Auch Rougé: Fausta, femme de Constantin, S. 4 (erneut S. 13, dort aber ohne Beleg) und Desnier, Zosime II,29, S. 303 Anm. 2 sprechen von Trier als möglichem Ort der Tötung Faustas und bezieht sich dabei angeblich auf Seeck, Otto: s.v. Fausta 3). In: RE 6,2 (1909), Z. 2084–2086, doch erscheint im gesamten Lemma der Ort Trier nicht einmal. Es heißt nur: „bald darauf scheint sie sich in ein Verhältnis mit ihrem Stiefsohn Crispus eingelassen zu haben. Denn es steht fest, daß sie mit ihm zugleich oder sehr bald nach ihm im J. 326 auf Befehl ihres Gatten getötet wurde, und daß Untreue der Grund war.“ (Seeck, Fausta, Z. 2085f.). Hinsichtlich des im Zitat enthaltenen „zugleich“ muss vielleicht noch angemerkt werden, dass Seeck, Otto: s.v. Crispus 9). In: RE 4,2 (1901), Z. 1722–1724, hier Z. 1723 keinen Zweifel daran hat, dass Crispus in Pula seine letzten Atemzüge tat. Rom wird bevorzugt von Drijvers, Flavia Fausta Maxima, S. 506; Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 142; Woods, On the death, S. 79. Laut Woods, On the Death, S. 86 ist Rom auch der Vorschlag von [Timothy D.] Barnes, Constantine and Eusebius, Cambrigde Mass., 1981 [non vidi]. Marasco, Le uccisioni, S. 300 Anm. 2 kritisiert Zosimus, weil dieser den Tod des Crispus in Rom verortet, aber es wird hieraus nicht klar, ob Marasco den Tod Faustas dort lokalisieren möchte oder nicht. »
  40. Sid. Apoll. ep. 5,8,2 [Übersetzung: Zur beinahe gleichen Zeit hatte er seine Ehefrau Fausta durch die Hitze des Bades, seinen Sohn Crispus durch die Kälte des Giftes ausgelöscht.]. »
  41. Drijvers, Flavia Maxima Fausta, S. 506; Herrmann-Otto, Konstantin, S. 141–144 und Olbrich, Krise, S. 110 haben keine Zweifel am Text des Sidonius Apollinaris. Andere hingegen betonen, dass es so scheine, als sei wie in besagtem Passus so gewesen (vgl. z.B. Desnier, Zosime II,29, S. 300; Seeck, Crispus, Z. 1723f.). Häufig wird jedoch auch (teilweise mit Zögern) nur die Art und Weise, in der einer der beiden ums Leben gekommen zu sein scheint, akzeptiert, ohne dass das Schicksal des anderen näher ausgeführt wird (vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 132). Potter, Constantine, S. 245 spricht von einem Tod des Crispus auf dem “chopping block”, aber vielleicht ist diese Aussage nicht wörtlich zu verstehen. Für eine stilistische Würdigung der Worte des Sidonius Apollinaris s. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 241–245, die bezüglich des Inhalts und dessen Glaubwürdigkeit anmerkt: «dans la mesure où le poison est une innovation et que le motif du bain brûlant, qui a inspiré bien des hypothéses, est en fait tardif, je propose de les considérer, non comme des faits, mais come les indices d’un récit réélaboré.» (Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 257; die Kursivierung findet sich bereits im Original) [Übersetzung: In dem Maße wie das Gift eine Innovation ist und das Motiv des kochend heißen Bades, das einige Hypothesen angeregt hat, in der Tat spät ist, schlage ich vor diese Dinge nicht als Fakten, sondern sondern als Indizien eines überarbeiteten Berichtes anzusehen.]. »
  42. Vgl. Epit. de Caes. 41,12. »
  43. Vgl. oben Anm. 26»
  44. Vgl. Zos. 2,29,2. »
  45. Es reicht hierzu Pohlsander, Crispus, S. 102 zu zitieren: “Zosimus’ explanation of events is not only biased, it is also demonstrably false.” »
  46. Vgl. Woods, On the Death, S. 75–79. »
  47. Vgl. Woods, On the Death, S. 79f. »
  48. Zur Gleichsetzung des Ehebruchs mit Inzest bei einer Beziehung zwischen Stiefsohn und Stiefmutter s. Anm. 25. Philostorg spricht von einem Ehebruch Faustas mit einem cursor, aber laut Marasco lässt sich aufgrund des philoarianischen Ausrichtung des Werkes eine Verfälschung der Angelegenheit erwarten (vgl. Marasco, Le uccisioni, S. 308–312). Wie Marasco, Le Uccisioni, S. 309 anmerkt, beurteilt auch Photius Philostorg zutiefst negativ, wenn der Patriarch mit Bezug auf diesen schreibt, dass er das Gegenteil zu fast allen Kirchenhistorikern schreibe (vgl. Phot. bib. 40, 8a, 31 seg. (S. 23 Henry). »
  49. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 299–309. »
  50. Alle von Desnier beigebrachten Beispiele, ausgenommen die Erzählung des Achilles Tatios, sind in keltisch-gallischem Umfeld zu verorten (vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 302–307). S. aber auch Desnier, Zosime II,29, S. 303 mit Anm. 19, der dort das Gottesurteil dieser Art als sehr verbreitet darstellt, während er zuvor schrieb, dass „la mort par noyade ou étouffement dans un liquide brûlant mérite quelque attention car c’est, à notre connaissance, le seul exemple connu de l’histoire politique romaine.“ (Desnier, Zosime II,29, S. 300f.) [Übersetzung: Der Tod durch Ertränken oder Ersticken in einer kochenden Flüssigkeit verdient eine gewisse Aufmerksamkeit, weil es, nach unserem Kenntnisstand, das einzige Beispiel in der politischen Geschichte Roms ist.]. »
  51. Laut Desnier ist Konstantin zu diesem Zeitpunkt bereits Christ (vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 299). »
  52. Vgl. oben Anm. 40»
  53. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 308. »
  54. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 302f. »
  55. Vgl. Zos. 2,29,2. »
  56. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 301–307. »
  57. Vgl. Epit. de Caes. 41,12 [Übersetzung: in kochende Bäder]. »
  58. Vgl. Epit. de Caes. 41,12; Zos. 2,29,2; Sid. Apoll. ep. 5,8,2. »
  59. Vgl. Zos. 2,29,2–4. Dieser Idee eines bis zum Jahre 326 paganen Konstantin stellt sich Sozomen in seiner Kirchengeschichte entschieden entgegen (vgl. Soz. hist. eccl. 1,5,1–5). Zur Plausibilität der Argumentation s. Marasco, Le uccisioni, S. 301–303. »
  60. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 308f. »
  61. Vgl. Marasco, Le uccisioni, S. 300–305. »
  62. Vgl. Iulian. Caes. 38, 336 a-b. »
  63. Vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 305–307. »
  64. S. oben Anm. 53»
  65. Für einige Beispiele s. z.B. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 178, die jedoch ebd. S. 144 (vielleicht Desnier folgend?) bestätigt: “Die Todesarten – Vergiftung und Erstickung, kaltes Gift und heißes Bad – waren nicht akzeptabel, seien nun Ehebruch oder ein Majestätsverbrechen geahndet worden.” Trotz allem muss festgehalten werden, dass Desnier sich für seine Hypothese der übertriebenen Grausamkeit, die sich seiner Meinung nach im Versterben Faustas während des Götterurteils manifestiert, auf G[ustave] Glotz: L’ordalie dans la Gréce primitive. Étude de droit et de mythologie. Paris 1904 [non vidi] stützt (vgl. Desnier, Zosime II,29, S. 307f., insbesondere Anm. 30), ein Werk, das (zumindest laut Titel) Gottesurteile in einem deutlich früheren kulturellen Umfeld und historischen Zeitraum untersucht, was die Ergebnisse der Studie nur schwerlich mit der Zeit Konstantins vergleichbar machen dürfte. »
  66. Vgl. Sid. Apoll. ep. 5,8,2. »
  67. Vgl Desnier, Zosime II,29, passim. »
  68. Vgl. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 257. »
  69. Sid. Apoll. ep. 5,8,2 [Übersetzung: Wer möchte die goldenen Zeitalter Saturns suchen? Diese hier sind diamantene, aber neronische.]. »
  70. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 258. Kursivierung bereits im Original. Zos. 2,29,2 muss hinzugezogen werden, weil die Mutter Konstantins bei Sid. Apoll. ep. 5,8,2 nicht genannt ist. Epit. de Caes 41,11–12 ist für eine derartige Charakterisierung Konstantins weniger geeignet, weil die Stelle, wenn auch mit Zweifeln (ut putant – wie man meint) Fausta eine indirekte Schuld am Tode Crispus’ zuschreibt. Ein Hinweis auf die Parallelen findet sich bereits bei Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 144. »
  71. Vgl. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, p. 242. »
  72. Sid. Apoll. ep. 5,8,2. der Satz lautet vollständig wie folgt: Deus bone, quid illic inesse fellis, leporis piperataeque facundiae minime tacitus inspexi! [Übersetzung: Guter Gott, keineswegs schweigend sah ich ein, was jenem an Gehässigkeit, Anmut und gepfefferter Beredsamkeit innewohnt!]. »
  73. Für eine Auflistung der zentralen Tacitus-Stellen s. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 257 Anm. 113–118. »
  74. Vgl. Greg. Tur. hist. Franc. 1,36. »
  75. Vgl. z.B. Seeck, Verwandtenmorde, S. 66 Anm. 3; Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256. »
  76. Greg. Tur. hist. Franc. 1,36. Zur Textgestalt s. auch Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256 Anm. 118 [Übersetzung: Dieser Konstantin tötete im zwanzigsten Jahre seiner Herrschaft den Sohn Crispus durch Gift, die Ehefrau Fausta kochend heiß in einem Bad, freilich weil sie Verräter seiner Herrschaft sein wollten.]. »
  77. Vgl. Sid. Apoll. ep. 5,8. »
  78. Vgl. Krusch-Levinson, Gregorius episcopus Turonensis, S. 26 f., insbesondere Anm. 8. »
  79. Vgl. Hier. Chron. 313 F-314 F (S. 231f. Helm). »
  80. Vgl. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256 Anm. 118 [Übersetzung: seine Ehefrau Fausta kochend heiß durch ein Bad (oder durch ein kochend heißes Bad); seine Ehefrau durch die Hitze eines Bades.]. »
  81. Vgl. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256 Anm. 118 [Übersetzung: weil freilich/ freilich weil.]. »
  82. Vgl. Sid. Apoll. ep. 5,8,2. »
  83. Vgl. Greg. Tur. hist. Franc. 1,36. »
  84. Vgl. Seeck, Verwandtenmorde, S. 66 Anm. 3. »
  85. Vgl. Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256 Anm. 118 [Übersetzung: Vermittler einer verlorenen Überlieferung]. S. außerdem Stoehr-Monjou, Nouveau Néron, S. 256f. Anm. 119. »
  86. Vgl. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 143. »
  87. Vgl. Eutr. 10,6,3. »
  88. Vgl. z.B. Hier. Chron. 313 F (S. 231 Halm). »
  89. Austin, Constantine and Crispus, S. 136. »
  90. Vgl. Eutr. 10,6,3. »
  91. Vgl. Austin, Constantine and Crispus, S. 136. Der angesprochene Text von Barnes ist T[imothy] D. Barnes: Two senators under Constantine. In: JRS 65 (1975), S. 40–49 [non vidi] (vgl. Austin, Constantine and Crispus, S. 138 Anm. 27). Wie man bei Evans Grubbs, Law and Family, S. 218, die sich ebenfalls auf den besagten Artikel von Barnes beruft, lesen kann, wurde der Senator wegen Magie und Ehebruchs verbannt. »
  92. Vgl. Potter, Constantine anf Fausta, S. 147, woher auch das Zitat stammt. »
  93. Vgl. Potter, Constatine, S. 244f. »
  94. Vgl. Eutr. 10,6,3. »
  95. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 143. Anders Marcone, Pagano e Cristiano, S. 116 der den Tod genau in das Jahr 326 datiert. Leider geben beide nicht an, was sie zu ihrer jeweiligen Ansicht bewogen hat. Seeck, Verwandtenmorde, S. 73 hat Zweifel an einer Datierung beider Tode ins Jahr 326, wobei seine Argumentation allerdings einer genaueren Prüfung bedürfte, wie Evans Grubbs, Law and Family, S. 284–286 zeigt, die den Tod des Licinianus allerdings sogar bereits in das Jahr 325 datiert. »
  96. Vgl. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 144. Siehe aber speziell zum Ehebruch auch Evans Grubbs, Law and Family, S. 95 und S. 216–221, die zwar Verbannung als Strafe bestätigt, die Verurteilung zum Tode für die Regierungszeit Konstantins jedoch eher ausschließt, wenngleich sie darauf hinweist, dass in Bezug auf das Kaiserhaus möglicherweise andere Maßstäbe galten. »
  97. Vgl. Olbrich, Krise, S. 105. Herrmann-Otto möchte in der Änderung des Namens der Stadt von Byzanz in Konstantinopel nur einen Ausdruck des Sieges über Licinius erkennen. “Weitere Planungen hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Sinn.” (Vgl. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 140, woher auch das Zitat stammt). »
  98. Für die ersten beiden Besuch s. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 76 und 89. »
  99. Vgl. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 130. »
  100. Vgl. z.B. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 140. »
  101. Vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 130f.; Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 140. Wie Marcone, Cristiano e Pagano, S. 130 anmerkt, fallen in genau dieses Jahr die decennalia von Crispus und Kostantin II. Es mag daher erlaubt sein, die Frage zu stellen, ob es sich nicht auch um einen Fehler in den Quellen bzw. der handschriftlichen Überlieferung handeln könnte, der nach der über Crispus verhängten damnatio memoriae (vgl. oben Anm. 17) aus der Verwechslung von Konstantin und Konstantin II. erwachsen ist. Obwohl angesichts der zumeist üblichen Sorgfalt der Quellen, die wie Hier. Chron. 312 F (S. 230 Helm) normalerweise fein säuberlich die Personen voneinander abgrenzen, vermutlich eine negative Antwort zu erwarten ist, wäre auch die Bedeutung der decennalia sicher als nicht gering anzusetzen. »
  102. Vgl. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 130. »
  103. Vgl. z.B. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 140f. »
  104. Vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 39–42. »
  105. So auch Olbrich, Krise, S. 105. Zu den Crispus zuteil gewordenen Ehren s. Seeck, Crispus, passim, zu seinem Beitrag zum Sieg insbesondere Z. 1723. »
  106. Vgl. Olbrich, Krise, S. 107. »
  107. Vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 93; 104; 130; Olbrich, Krise, S. 105–108. »
  108. Vgl. Olbrich, Krise, S. 107–108. Olbrich, Krise, S. 105 weist in diesem Zusammenhang auch auf Eus. Hist. eccl.10,9,4 hin, wo der Sieg der Sieg Konstantins und seines Sohnes über Licinius mit einem Zusammenwirken von Gott und seinem Sohn in Beziehung gesetzt wird. »
  109. Als Frage formulierte dies bereits Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 143. »
  110. Woods, On the Death, S. 79. »
  111. Vgl. Potter, Constantine, S. 244. »
  112. Vgl. Woods, On the death, S. 86 Anm. 47 »
  113. Vgl. Woods, On the death, S. 80 und S. 86 Anm. 48. »
  114. Vgl. z.B. Marcone, Pagano e Cristiano, S. 35–37. Potter, Constantine, S. 119f.; 124f. spricht nicht wortwörtlich von einem erzwungenen Suizid in Bezug auf die genannten Beispiele, sondern von einer Hinrichtung im Falle des Severus. Im Falle des Maximian handele es sich um propagandistische Berichte, die die tatsächlichen Todesumstände verschleiern. »
  115. Vgl. Pohlsander, Crispus, S. 104. »
  116. Vgl. Potter, Constantine and Fausta, S. 142–144. »
  117. Vgl. oben Anm. 21 und 31»
  118. Diese Version scheint sich hinter den Berichten von Epit. de Caes. 41,11–12 und Zos. 2,29,2 zu verbergen, wobei im Falle des Zosimus eine Inzest- oder Ehebruchsklage angenommen wird. »
  119. Beispielsweise durch wahre Liebe, wie sich Seeck, Verwandtenmorde, S. 70 nicht weigert anzunehmen. »
  120. Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 144 meint, es sei wahrscheinlich, dass Fausta die italienische Halbinsel und ihre Kultur sehr gut kannte, und folglich nicht auszuschließen, dass sie sich mit den Zielen der römischen Aristokratie habe indentifizieren können. »
  121. Vgl. Olbrich, Krise, S. 109. Über die Befugnisse, die der Titel Augusta mit sich bringt, gibt es in der Forschung verschiedene Positionen. Olbrich, Krise, S. 114f. Ist davon überzeugt, dass auch Helena als Augusta über das kaiserliche Vermögen verfügen durfte, während Herrmann-Otto, Konstantin der Große, S. 137f. die fast ausschließlich repräsentative Funktion des Titel Augusta»
  122. Vgl. Olbrich, Krise, S. 111. »
  123. Vgl. Epit. de Caes. 41,12; Zos. 2,29,2. »
  124. Vgl. Olbrich, Krise, S. 110. »
  125. Vgl. Olbrich, Krise, S. 111–114 (Zitat: S. 113f.) »
  126. Laut Marasco, Le uccisioni, S. 308 spricht Philostorg von einem Beischlaf Faustas mit einem cursor. Bezüglich der Zeit zwischen den Toden s. oben, Anm. 21 und 31. »
  127. Vgl. Austin, Constantine and Crispus, S. 136. »
  128. Gedacht sei an dieser Stelle beispielsweise an die Tatsache, dass Konstantin dem Philosphen und Anhänger der Eleusinischen Mysterien Nikagoras von Athen eine Studienreise nach Ägypten finanzierte, und das wohl im Jahre 326 n. Chr. (vgl. Grünewald, Constatinus Maximus Augustus, S. 155f.). »
  129. Laut Evans Grubbs, Law and Family, S. 51 werden Konstantin über 400 Gesetze zugeschrieben. Eine Auflistung sämtlicher speziell Ehe und Familie betreffenden Gesetze Konstantins findet sich bei Evans Grubbs, Law and Family, S. 343–349. »
  130. Vgl. Evans Grubbs, Law and Family, S. 45f. Für konkrete Beispiele, wie umstritten Details des Codex Theodosianus sein können, s. unter anderem Potter, Constantine and Fausta, S. 143 Anm. 31 oder auch Evans Grubbs, Law and Family, S. 264–268; 350–352, doch reicht es eigentlich Pohlsander wiederzugeben, der schrieb: “the subscriptions in the codex are notoriously unreliable as to both place and date.” (Pohlsander, Crispus, S. 100). »
  131. Brandt, Konstantin der Große, S. 122 bezweifelt, dass die schärfere Sittengesetzgebung eine Reaktion auf das Jahr 326 darstelle, und widerspricht damit Marcone, Pagano e Cristiano, S. 133f. Man muss aber vielleicht, wo es möglich ist, auch auf die Vorreden und die in ihnen enthaltenen Erklärungen eingehen, wie es Seeck, Verwandtenmorde, S. 71 vormacht. »
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Autoreninformation

Florian Battistella ist Student der Geschichte, der Lateinischen und Griechischen Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Studiengang Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien.

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Florian Battistella: Konstantin – Crispus – Fausta: Einige Beobachtungen und Bemerkungen zur Debatte um das Jahr 326, in: Skriptum 3 (2013), Nr. 2, URN: urn:nbn:de:0289-2013120633, Abs. XY [Datum des Zugriffes].