Essay: Überlegungen zur Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen

von Christina McMullin



Zusammenfassung

Im folgenden Beitrag wird anhand einer Gruppe politischer Flüchtlinge im 19. Jahrhundert die aktuelle gesellschaftliche Debatte rund um Flucht und Vertreibung reflektiert. Die ausgewählten Beispiele haben auf den ersten Blick zahlreiche Gemeinsamkeiten: Sie waren um 1800 geboren, mussten ihr Heimatland, den Deutschen Bund, aufgrund politischer Vorstellungen verlassen und hatten dabei das gleich Ziel: die USA. Bei näherer Betrachtung ihrer Lebenswirklichkeiten stellt sich jedoch heraus, dass die politische Emigration um 1848 im Speziellen und Flucht im Allgemeinen differenziert betrachtet werden sollte und der Erfolg in der neuen Heimat von unterschiedlichen Faktoren abhängt.

Abstract

In the following Essay Christina McMullin discusses current questions about refugees and their experiences by using the example of political refugees in 19th century Germany. At first sight her sample shows a lot of similarities: All persons were born about 1800 and were forced to leave their home country, the German Confederation, because of political opinions. Their destination: The United States of America. On closer examination it turns out, that one has to take a critical look at the political escape in 1848 in particular and the escape in general.

Einführung

‹1› Die Immigration von Flüchtlingen und Migranten in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) spaltet die Gemüter und dominiert die Medienlandschaft wie kein anderes Thema. Seit 2014 zeigen die Medien tagtäglich Bilder von Menschen, die über den Land- und Seeweg ihre Herkunftsländer verlassen und dabei ihr Leben riskieren in der Hoffnung auf ein besseres, sicheres Leben in Europa.

‹2› Im Jahr 2015 stellten nach Angaben von Pro Asyl 442.000 Geflüchtete einen Erstantrag auf Asyl in der BRD Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Albanien, dem Kosovo, Afghanistan, Irak und Eritrea.1) Im Jahr 2016 ist zu beobachten, dass die Bilder von Personen auf der Flucht zunehmend von Bildern der Auseinandersetzung zwischen Einheimischen und Immigranten bzw. Geflüchteten ersetzt werden. Themen wie Integration oder Abschiebung und die Frage nach Obergrenzen für die Aufnahme von Flüchtlingen stehen nun verstärkt zur Diskussion. Diese Entwicklung lässt sich anhand einer Vielzahl von Polit-Talkshows im Fernsehen, Beiträgen im Social Media Bereich und Gesprächen im privaten Umfeld erkennen. Viele vergessen dabei, dass die BRD nicht schon immer ein Zuwanderungsland war, sondern historisch eher von Emigration gekennzeichnet war. Vor allem die Generationen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, die ohne die Erfahrung von Krieg, Leid und Zerstörung aufwuchsen, sind sich dessen oftmals nicht bewusst. Aus diesem Grund soll die heutige Migrationsdebatte vor dem Hintergrund „unserer eigenen deutschen“ Geschichte beleuchtet werden und politisch verfolgte Menschen, die im 19. Jahrhundert den Deutschen Bund verlassen mussten, um ein besseres, sicheres Leben in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu finden untersucht werden. Trotz der zeitlichen Diskrepanz von fast 200 Jahren teilen diese beiden Personengruppen ein gemeinsames Schicksal und sehen sich ähnlichen Problemen gegenübergestellt, denn die politischen Flüchtlinge des 19. Jahrhunderts mussten sich ebenfalls ein neues Leben in der Fremde aufbauen. Inwieweit dies den Flüchtlingen des 19. Jahrhunderts gelang, soll exemplarisch an fünf Persönlichkeiten und ihren Lebensgeschichten eruiert werden.

‹3› Auch im 19. Jahrhundert bewogen sogenannte push-Faktoren Menschen dazu, ihr Herkunftsland zu verlassen. Im Deutschen Bund2) waren die Lebensverhältnisse der Meisten von weitgreifendem Pauperismus, politischen Restriktionen und einer schlechten Wirtschaftslage geprägt, weshalb Wirtschaftsmigranten die größte Auswanderergruppe des 19. Jahrhunderts darstellen.3) Eine kleinere Gruppe bildeten politische Flüchtlingen4), die nicht den Protest gegen die Missstände im eigenen Land gescheut hatten. Mehrheitlich kämpften die jungen Männer für eine Veränderung der politischen und gesellschaftlichen Zustände.5) Mit ihrem Kampf für oppositionelle, politische Ideale setzten sie ihr Leben aufs Spiel. Ihre Entscheidung zur Emigration war oftmals keine freie, sondern eine notwendige, um Haftstrafen und Repressionen zu entgehen. Dies ist ein entscheidender Unterschied zur erstgenannten Personengruppe.6) Insbesondere im Zuge der Karlsbader Beschlüsse (1818), des Frankfurter Wachensturms (1830), des Hambacher Festes (1832) und der Revolution von 1848/49 mussten oppositionelle Akteure aus dem Deutschen Bund fliehen.7) Zu der Gruppe der politischen Flüchtlingen zählten Karl Follen, Harro Harring, Friedrich Hecker, Gustav Struve und Wilhelm Weitling. Aufgewachsen in unterschiedlichen sozialen Milieus, weisen sie einige Übereinstimmungen in ihrem Bildungsweg auf und vertraten zeitlebens ähnliche politische Standpunkte, die sie letztlich zur Emigration bewegten. Ihre Schicksale in den USA sollen im Folgenden knapp porträtiert werden.

Das Leben vor der Flucht

‹4› Karl Follen (*6. September 1796/Romrod) war Sohn eines Juristen. Er begann im Jahr 1814 ebenfalls ein Jurastudium an der Universität zu Gießen, wo er Mitbegründer einer Studentenverbindung war, deren Anhänger als „Schwarze Gießener“8) bekannt wurden. Durch seine oppositionellen Tätigkeiten als Burschenschaftler machte Karl Follen öffentlich auf sich aufmerksam. Im Jahr 1818 siedelte er von Gießen nach Jena über, um an der Universität zu lehren. Dort lernte er Karl Ludwig Sand9) - einen radikalen Revolutionär – kennen, der im Jahr 1819 August von Kotzebue10) ermordete. Obwohl Follen eine vorgeworfene Komplizenschaft nicht nachgewiesen werden konnte, wurde dennoch ein Berufsverbot gegen ihn ausgesprochen.11) Des Weiterem liefen gegen ihn Untersuchungen wegen seiner Mitgliedschaft in den „Schwarzen Gießener“. Die Repressionen gegen seine Person veranlassten Follen dazu, im Jahre 1819/1820 über Frankreich in die Schweiz zu fliehen. Im Schweizer Exil lehrte er zunächst als Professor für Jura an der Universität Basel, ohne seine politischen Ziele aus den Augen zu verlieren. Hier gründete er einen Geheimbund namens „Jugendbund“12). Im August 1823 wurde der Bund vom preußischen Staat aufgedeckt und die Schweiz aufgefordert, Follen auszuliefern. Daraufhin fühlte dieser sich in der Schweiz nicht mehr sicher und beschloss 1824 nach Amerika zu fliehen. Über Le Havre floh Karl Follen nach New York, von wo aus er nach Philadelphia weiterreiste. Er sah in seiner Flucht nach Amerika eine Chance, seine Interessen aus dem Exil voranzutreiben. Für ihn bot Amerika mit seiner demokratischen Grundordnung und seiner freien Gesellschaft die ideale Basis für die politischen Handlungsfreiheit, die er sich in seinem Heimatland gewünscht hatte.13)

‹5› Harro Harring (*28.08.1798/Ibenshof/Wobbenbüll) wuchs nach dem Tod seines Vaters, Deichgraf Harro Wilhelm Martens, in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein ganzes Leben war von finanzieller Not gekennzeichnet. Von 1813 bis 1817 absolvierte er eine Ausbildung im Zollamt in Husum. Nach seiner Jugend in Nordfriesland durchlief Harring zahlreiche Stationen. Im Jahre 1817/18 begann Harro Harring ein Studium der Malerei und Kunst in Kopenhagen. Dieses führte er 1819/20 in Dresden fort. Er sah sein Talent jedoch immer mehr im Schreiben.14) In Dresden lernte Harring Mitglieder der „Schwarzen Gießener“ kennen. Ab diesem Zeitpunkt war sein Leben von politischem Widerstand gekennzeichnet.15) In den kommenden Jahren lebte Harro Harring unter Anderem in München, Wien, Prag, Polen und Frankreich. Bis in die 1830er Jahre kritisierte er in schriftlicher Form die Missstände im Deutschen Bund. Am Hambacher Fest (1832) nahm er zwar teil, fiel aber nicht als oppositioneller Agitator auf. Trotzdem floh er im Anschluss über Frankreich in die Schweiz, um einer Verhaftung zu entgehen. Im Schweizer Exil lernte er den italienischen Freiheitskämpfer Guiseppe Mazzini16) kennen, zu dem er bis zu seinem Tod Kontakt hielt. Bis 1843 hielt sich Harro Harring in verschiedenen europäischen Ländern auf - darunter Frankreich, Belgien und England – und versuchte Mazzini in seinen Aktivitäten zu unterstützen. Im November 1843 reiste Harro Harring nach New York. Ursprünglich sollte er in Amerika italienische Migranten für einen Aufstand gegen die Bourbonen in Kalabrien anwerben. Allerdings war der Aufstand bei seiner Ankunft in New York bereits verraten und seine Mission nichtig geworden. Er blieb dennoch in New York, da er vor Ort wohlhabende Gönner kennenlernte.17) Der Zufall und die finanzielle Sicherheit ließen Amerika zu einem von Harrings unzähligen Exilorten werden.

‹6› Friedrich Hecker (*28.09.1811/Eichtersheim) stammte aus gutem Hause. Da Heckers Vater von den Ideen der Französischen Revolution begeistert war, wirkte sich dies auch auf Friedrich Heckers politische Einstellung aus. 1830 nahm er ein Jurastudium in Heidelberg auf, wo er Mitglied der Studentenverbindung „Rhenania“ war. Im Jahre 1834 schloss er sein Studium erfolgreich ab und wurde zum „Doctor juris“ ernannt, woraufhin er sich als freier Anwalt in Mannheim niederließ. 1842 folgte seine Wahl zum republikanischen Abgeordneten im Gemeinderat von Mannheim. Der süddeutsche Liberale Adam Itzstein18) erkannte sein politisches Talent und gemeinsam unternahmen sie den Versuch ein nationales Netzwerk der liberalen Opposition aufzubauen. Hecker war auch Mitglied des Vorparlaments in Frankfurt und plädiert für dessen Dauerhaftigkeit. Die Mehrheit des Vorparlaments stimmte jedoch für einen 50er-Ausschuss als vorbereitendes Gremium für die Nationalversammlung. Jedoch wurden sowohl Friedrich Hecker als auch sein politischer Weggefährte Gustav Struve nicht in den 50er-Ausschuss gewählt. Dies kann als Auslöser dafür gesehen werden, dass Friedrich Hecker ab diesem Zeitpunkt von einer gewaltsamen Revolution nicht mehr abgeneigt war. Am 12. April 1848 riefen Hecker und Struve zur Revolution in Baden auf. Bei Kandern traf Hecker mit seinen Anhängern auf Bundestruppen. Nach einem kurzen Schusswechsel floh die Mehrheit der unterlegenen Aufständischen. Der sogenannte „Hecker-Zug“ schlug fehl und sein Namensgeber floh in die Schweiz. Von dort aus emigrierte Hecker nach Amerika. Auch für Friedrich Hecker galt Amerika als Land seiner Ideale. In New York wurde er am 05. Oktober 1848 euphorisch von deutschen Migranten empfangen. Anschließend ließ er sich auf einer Farm bei Belleville nieder.19)

‹7› Gustav Struve (*11. Oktober 1805/München) stammte aus einer baltischen Adelsfamilie. Sein Vater Johann von Struve war kaiserlich-russischer Staatsrat und Geschäftsträger des Zaren in München und Mannheim. Struve studierte ebenfalls Jura in Heidelberg und Göttingen und ließ sich im Jahre 1836, wie Hecker, als freier Anwalt und Privatier in Mannheim nieder. Dort schrieb er seine juristischen und publizistischen Theorien20) nieder, die von radikaldemokratischen und frühsozialistischen Tendenzen geprägt waren. Im Vorparlament teilten Gustav Struve und Friedrich Hecker dasselbe Los:21) Nach der niedergeschlagenen Revolution in Baden 1848 floh auch er ins Schweizer Exil. Doch im Gegensatz zu Hecker glaubte Gustav Struve weiterhin an eine erfolgreiche Revolution. Struve wurde 1848 verhaftet, nachdem er am 21. September desselben Jahres vom Lörracher Rathaus aus die „soziale deutsche Republik“ proklamiert hatte. Im darauffolgenden Jahr brachen in Baden erneut revolutionäre Unruhen aus, sodass Gustav Struve aus seiner Gefangenschaft befreit und Mitglied des Kriegssenats werden konnte. Jedoch scheiterte die Revolution von 1849 ebenfalls und Gustav Struve musste sich einer wiederholten Inhaftierung durch Flucht entziehen. Über die Schweiz emigrierte er mit seiner Frau Amalie nach England. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen in London wanderten sie im Jahre 1851 in die USA aus. Gemeinsam lebten sie in New York.22)

‹8› Wilhelm Weitling (*05.10.1808/Magdeburg) kam als uneheliches Kind von Christiane Weidlingen (Dienstmädchen) und dem französischen Offizier Guillaume Terijon zur Welt. Sein Vater verließ 1812 Magdeburg, um unter Napoleon Bonaparte im Russlandfeldzug zu kämpfen. Obwohl Weitling in Armut aufwuchs, war es ihm möglich, die mittlere Bürgerschule abzuschließen und eine Ausbildung zum Damenschneider zu absolvieren. Im Jahre 1826 begab er sich auf die Walz und durchreiste viele Stationen. Er lebte ab 1835 in Paris und trat dem „Bund der Geächteten“23) bei. In Paris begann Weitling eindeutige politische Standpunkte zu vertreten, infolgedessen er sich mit vielen Mitgliedern des „Bunds der Gerechten“ überwarf. In Brüssel (1846) nahm er Kontakt zu Karl Marx und Friedrich Engels und dem „Kommunistischen Korrespondenz Komitee“ auf. Auch zwischen Marx und Weitling kam es aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zum Zerwürfnis. Wilhelm Weitling emigrierte bereits 1846 nach Amerika, um die Zeitung „Volkstribun“ von Hermann Kriege24) zu übernehmen. Allerdings kehrte Weitling zum revolutionäre Geschehen 1848 nach Deutschland zurück und wanderte erst im August 1849 dauerhaft in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Auch er lebte in New York.25)

Die Lebenswirklichkeit im amerikanischen Exil

‹9› Karl Follen, Harro Harring, Friedrich Hecker, Gustav Struve und Wilhelm Weitling sind im Zeitraum von 1824 bis 1851 teilweise direkt oder über weitere Exilländer in die USA emigriert. Alle fünf Männer waren im Deutschen Bund oppositionell aktiv und sahen sich aus diesem Grund gezwungen, ihr Heimatland auf Zeit oder für immer zu verlassen. So verschieden ihre Vita vor der Flucht in die Vereinigten Staaten von Amerika war, so unterschiedlich gestalten sich auch ihre Lebenswirklichkeiten in den USA.

‹10› Das familiäre Umfeld charakterisierte einen entscheidenden Lebensbereich der Flüchtlinge, der Einfluss auf den Erfolg im neuen Land nahm. Friedrich Hecker war bereits vor seiner Flucht verheiratet26) und Vater dreier Kinder.27) Mit der Familiengründung vor der Emigration kommt Friedrich Hecker eine Sonderstellung zu. Die bereits bestehende Familie lässt sich auf Heckers Alter zurückführen, denn zum Zeitpunkt seiner Auswanderung war er bereits 37 Jahre alt. Jedoch entschied er sich vorerst ohne seine Familie nach Amerika auszuwandern, um eine Existenzgrundlage in den USA zu schaffen. Auf Einladung des „St. Louiser deutsch republikanischen Comittees“, das ihm bereits im Schweizer Exil Unterstützung in Amerika zugesichert hatte, reiste Friedrich Hecker nach St. Louis und erwarb eine Farm in der Nähe der Stadt Belleville, die zu diesem Zeitpunkt bereits von deutschen Auswanderern geprägt war. Bei seiner Suche nach einer geeigneten Farm erhielt er Hilfe von deutschen Emigranten, zum Beispiel von seinem ehemaligen Kommilitonen Gustav Körner. Friedrich Hecker kaufte bewusst eine hochpreisige Farm mit bereits kultiviertem Land, um möglichst schnell Erträge zu erzielen und seine Familie nachholen zu können.28) Durch diesen strategischen Schritt war es seinen Familienangehörigen schon ein Jahr nach seiner Flucht in die USA möglich nachzureisen.29) Das Familienleben war in der Folgezeit von der Arbeit in der Landwirtschaft geprägt. Dies führte dazu, dass sich ihr soziales Leben mehrheitlich auf ihrer Farm abspielte und nur begrenzt durch außerfamiliäre Kontakte gekennzeichnet war. Nur gelegentliche Besuche von Bekannten brachten Abwechslung in den monotonen Alltag.30)

‹11› Neben Friedrich Hecker war auch Gustav Struve vor seiner Emigration verheiratet. Er floh jedoch gemeinsam mit seiner Frau Amalie Struve von der Schweiz über England in die USA. Gustav Struve und seine Ehefrau publizierten gemeinsam und waren aus diesem Grund auch beruflich stark miteinander verbunden. Amalie und Gustav Struve wurden im amerikanischen Exil Eltern von drei Kindern.31) Der Tod seiner Frau im Februar 1862 bedeutete für Struve einen herben Schicksalsschlag. Dieser Verlust gekoppelt mit politischem und beruflichem Misserfolg ließen Gustav Struve 1863 nach Deutschland zurückkehren. Ein zusätzlicher Faktor war die im Jahre 1862 in Baden erlassene Amnestie für alle Beteiligten der Revolution von 1848/49.32) Über den Verbleib der Kinder von Gustav Struve ist nur wenig bekannt. Eine Tochter gab er vor seiner Abreise aus New York zu amerikanischen Bekannten in Pflege.33)

‹12› Karl Follen wiederum war zum Zeitpunkt seiner Emigration mit 28 Jahren der Jüngste und verlobt. Er emigrierte jedoch ohne seine Verlobte in die USA und lernte stattdessen Eliza Lee Cabot in Amerika kennen, die er im Jahre 1828 zur Frau nahm. Karl Follen sah seine Ehe als einen wichtigen Schritt auf seinem persönlichen Lebensweg. Seine Ehefrau entsprang einer angesehenen Familie und gehörte als Schriftstellerin zur geistigen Elite im Raum Boston. Durch die Ehe mit Eliza Lee Cabot bekam Karl Follen Zugang zu höheren Gesellschaftskreisen und war finanziell abgesichert. Beide wurden Eltern eines Sohnes. Eliza Lee Cabot war ihrem Ehemann bei all seinen politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten eine wichtige Stütze.34) Es lässt sich sagen, dass Karl Follens Lebenswirklichkeit durch die Heirat mit Eliza Lee Cabot in finanzieller und gesellschaftlicher Sicht deutlich positiv beeinflusst wurde.

‹13› Wilhelm Weitling und Harro Harring emigrierten beide ledig und kinderlos in die USA. Von Harro Harring ist ausschließlich bekannt, dass er sein ganzes Leben alleinstehend blieb. Als Randnotiz kann angemerkt werden, dass Harro Harring seine letzten Jahre in Armut und gesellschaftlicher Isolation verbrachte. Vor seinem Suizid im Jahre 1870 lebte er gemeinsam mit seiner Nichte auf der Insel Jersey und unterhielt wenige soziale Kontakt, darunter zu Guiseppe Mazzini.35) Wilhelm Weitling schien in Amerika sein privates Glück zu finden. Im Jahr 1854 heiratete er Karoline Toedt.36)

‹14› Wie es im vorangegangenen Abschnitt bereits angeklungen ist, sind Familie und Beruf oftmals eng miteinander verbunden. Vor allem im Fall von Friedrich Hecker trifft dies zu. Er übte den Beruf des „Latin Farmer“37) aus. Nur eine kleine Gruppe von politischen Emigranten versuchten sich eine Existenz als Farmer aufzubauen. Die Mehrheit von ihnen ging nach kurzer Zeit einem anderen Beruf nach, da ihre Arbeit in der Landwirtschaft von geringem Erfolg gekrönt war. Ihr Scheitern stand in direktem Zusammenhang mit ihrem nicht vorhandenen praktischen Wissen über Anbau, Maschinennutzung, Ernte etc.38) Friedrich Hecker hingegen scheint einer von wenigen erfolgreichen „Latin Farmers“ gewesen zu sein, zumal er bereits kultiviertes Land kaufte. Heckers Farm lag in Einzellage in der Nähe der Stadt Lebanon, die unweit von Belleville entfernt war.39) Der Aufbau der Farm und das Bestellen der agrarischen Flächen bestimmten seinen eigenen Lebensrhythmus und den seiner Familie in Amerika.40) Neben der Bewirtschaftung seiner Farm erbaute Hecker ebenfalls Mietshäuser auf zusätzlich erworbenen Grundstücken. Die Vermietung der Häuser brachte ihm zusätzliche finanziellen Einnahmen, wodurch er mit den Jahren nicht mehr von den landwirtschaftlichen Erträgen abhängig war. Durch die Anbindung Bellevilles an das Eisenbahnnetz wurde die Stadt zu einem attraktiven Industriestandort. Es kam zu verstärkten Zuzug in die Region und die Bodenpreise wurden teurer. Von dieser Entwicklung ab Mitte der 1850er Jahre profitierte Hecker ebenfalls.41) Aufgrund seines Erfolgs als Landwirt wurde Hecker immer häufiger von anderen deutschen Auswanderer um Rat bei agrarischen Angelegenheiten gefragt.42) Es gelang ihm mit gelungenen Spekulationen und hartem Arbeitseinsatz dauerhaft den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Somit statuiert Friedrich Hecker ein positives Exempel, indem er sich im Exil beruflich komplett neu orientieren und behaupten konnte.

‹15› Ebenfalls erfolgreich in seinem Beruf war Karl Follen. Er konnte im Exil weiterhin als Dozent arbeiten und lehrte ab dem Jahr 1830 Deutsch und Französisch an der Harvard University in Cambridge. Im Rahmen seiner Lehre verfasste er auch Übersetzungen und Grammatiken, um den Dialog zwischen den Ländern zu fördern, denn Karl Follen sah sich als Botschafter der deutschen Sprache, Literatur und Philosophie in Amerika.43) Allerdings musste er seine Stelle an der Harvard University im Jahre 1935 quittieren, da er zunehmend in der Abolitionismus-Bewegung aktiv wurde. Seine Lehrstelle und seine umstrittene Beteiligung innerhalb der Anti-Sklaverei-Bewegung ließen sich nicht vereinbaren. Er entschied sich für die Ausdehnung seines politischen und gesellschaftlichen Engagements für die schwarze Bevölkerung Amerikas, obwohl dies eine schlechtere finanzielle Stellung seiner Familie bedeutete.44) Nach dem Verlust seiner Anstellung in Cambridge war Karl Follen als Privatlehrer tätig und übte zusätzlich den Beruf des Priesters aus.45) Follen war bereits zu Studentenzeiten spirituell und sah im Priesterberuf die Chance, seine politischen und religiösen Wertvorstellung miteinander zu verknüpfen und mit Hilfe der Predigt eine breitere Bevölkerungsgruppe zu erreichen. Die Kirche war für Follen eine gemeinschaftsstiftende Institution. Auf dieser Vorstellung basierend hatte Follen die Vision einer Universalkirche, die alle Konfliktpunkte zwischen verschiedenen Konfessionen überwinden sollte. Im Jahre 1939 erhielt Karl Follen sogar die Möglichkeit am Bau der East Lexington Kirche teilzuhaben. Seiner Meinung nach sollte diese in ihrer Architektur Freiheit und Einheit widerspiegeln. Als er am 13. Januar 1940 den Dampfer nach Lexington bestieg, um die erbaute Freikirche einzuweihen, ereignete sich ein tragisches Schiffsunglück. Der Dampfer geriet in Brand und Karl Follen starb an Bord des Schiffes.46)

‹16› Gustav Struve und Harro Harring bestritten ihren Lebensunterhalt mit dem Publizieren von Zeitungen, Büchern und Aufsätzen. Harro Harrings literarischer Erfolg in den USA war durchwachsen. Gleich nach seiner Ankunft in Amerika plante er eine Herausgabe seiner gesammelten Werke. Er erhoffte sich eine große Nachfrage der deutschen Leserschaft in New York. Allerdings entwickelte sich dieses Projekt zu einer Enttäuschung, da kaum Interesse an Harrings Werken bestand. Nach der Veröffentlichung des ersten Bands und dem ersten Heft des zweiten Bands wurde das Vorhaben nach zwei Jahren beendet. Im Gegensatz dazu konnte Harro Harring mit seinem Roman „Dolores“, der vom südamerikanischen Freiheitskampf handelte, auch einen Erfolg verzeichnen. Jedoch sollte es Harrings einziger literarischer Erfolg in Amerika bleiben. Weitere Werke, die er hauptsächlich in Philadelphia schrieb, wurden nie publiziert. Aufgrund des nur punktuellen Erfolgs war es für Harring nicht möglich, seine Lebensgrundlage dauerhaft mit seinem literarischen Wirken zu bestreiten .47)

‹17› Auch die Werke von Gustav und Amalie Struve stießen auf geringere Resonanz als vom Ehepaar erhofft. Die Eheleute fokussierten die Veröffentlichung der „Weltgeschichte“ in neun Bänden. Gustav Struve betrachtete diese Publikation als sein Lebenswerk. Bereits während seiner Zeit im Gefängnis 1848/49 begann er mit dem Verfassen der „Weltgeschichte“. Die „Weltgeschichte“ sollte aus je drei Büchern zu Altertum, Mittelalter und Neuzeit bestehen. Bis 1865 hatte Struve nach eigenen Angaben 8000 Exemplare der „Weltgeschichte“ verkauft. Trotzdem blieb die Absatzhöhe hinter den Erwartungen des Ehepaars. Gründe dafür waren unter anderem der Preis, die Konzeption und die intendierte Zielgruppe. Gustav und Amalie Struve konnten daher nur knapp vom Ertrag ihrer „Weltgeschichte“ und weiteren Publikationen leben.48) Die literarische und journalistische Arbeit von Gustav Struve und Harro Harring kann zwar nicht als Misserfolg eingestuft werden, aber die Resonanz auf ihre Werke blieb weit hinter ihren Erwartungen zurück.

‹18› Im Fall von Wilhelm Weitling ist es durchaus diffizil Beruf und politisches, bzw. gesellschaftliches Engagement für die deutsche Arbeiterklasse in Amerika voneinander zu trennen. Weitling gründete die Zeitung „Die Republik der Arbeiter“ (RdA), die als Sprachrohr des amerikanischen Arbeiterbundes fungierte, den er ebenfalls ins Leben gerufen hatte. Die Zeitung erörterte das Programm der Bewegung, legitimierte Entscheidungen des Bundes gegenüber den Mitgliedern, befasste sich mit der sozialen Lage der Arbeiter in den USA und Europa und bot politische Umschauen. Weitlings Zeitung wies ein hohes journalistisches Niveau auf, hatte ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, einen ausgeglichenen Inhalt und ein ansprechendes Layout. „Die Republik der Arbeiter“ erschien von 1850 bis 1855 und existierte somit vergleichsweise lange. Wilhelm Weitling gelang es nicht nur mit der „RdA“ weniger gebildeten Arbeitern Zugang zu politischen Theorien zu verschaffen,49) sondern durch die Oberleitung des Arbeiterbunds. Sowohl der Aufbau als auch die Weiterentwicklung des Bunds standen unter seiner Aufsicht. Zudem wurde Wilhelm Weitling Verwalter der Kolonie „Communia“, die in den Arbeiterbund integriert wurde. Allerdings führte die Kooperation mit „Communia“ zum Scheitern des Arbeiterbunds, woraufhin sich Wilhelm Weitling komplett aus der deutschen Arbeiterbewegung in Amerika zurückzog.50) Nach dem Misserfolg seines Arbeiterbunds arbeitete Weitling als Registrator für Immigranten und probierte sich an Erfindungen für das Schneiderhandwerk. Somit besann er sich zurück auf seine Schneiderausbildung und ging fortan einem unpolitischen Leben nach.51)

‹19› Politisches und gesellschaftliches Engagement spielten für deutsche, politische Flüchtlinge nicht nur vor, sondern auch nach ihrer Flucht eine zentrale Rolle. Einige von ihnen verfolgten im Exil weiterhin ihre Ziele und engagierten sich für ihr zurückgelassenes Heimatland. Andere suchten sich neue Bereiche, in denen sie aktiv werden konnten. Während sich das familiäre Umfeld und der berufliche Werdegang bei Follen, Harring, Hecker, Struve und Weitling sehr divers gestalteten, sind im Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe deutliche Parallelen auszumachen. Vor allem Friedrich Hecker und Gustav Struve engagierten sich für ähnliche Themen, Bewegungen und Projekte. Bei Wilhelm Weitling und Karl Follen lassen sich ebenfalls Anknüpfungspunkte zu Hecker und Struve finden. Über politische und/oder gesellschaftliche Aktivitäten Harro Harrings im amerikanischen Exil sind kaum Belege überliefert. Dies lässt sich womöglich auch von seinem vergleichsweise kurzen Aufenthalt in den USA ableiten.

‹20› Politische bzw. militärische Teilnahme zeigten deutsche politische Migranten auch im Zeitraum von 1861 bis 1865, als in den USA ein Bürgerkrieg zwischen den Nordstaaten der Union und den Südstaaten der Konföderation herrschte. So beteiligten sich Friedrich Hecker und Gustav Struve am sogenannten „Sezessionskrieg52)“ . Vor allem deutsche politische Emigranten, die in Folge der Revolution 1848/49 in die USA geflohen waren, verknüpften den Kampf für das Verbot der Sklaverei mit einem revolutionären Grundgedanken. Nach der verlorenen Revolution sahen sie im Sezessionskrieg die Möglichkeit, ihre Idealvorstellung einer wahren Demokratie in Amerika verwirklichen zu können.53) Dieser Faktor dürfte auch für Friedrich Heckers und Gustav Struves militärische Partizipation nicht irrelevant gewesen sein.54) Des Weiteren war während des amerikanischen Bürgerkriegs Abraham Lincoln Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Friedrich Hecker und Gustav Struve unterstützten ihn und seine Partei 55), da sie sich mit den Zielen der Partei identifizieren konnten. Friedrich Hecker stand aus politischer Überzeugung hinter den Republikanern, allerdings wurde er auch aufgrund seiner Rolle in der Badischen Erhebung von 1848 von der Republikanischen Partei als politische Persönlichkeit instrumentalisiert, um Stimmen unter den deutschen Einwanderern zu gewinnen.56) Der Einsatz der politischen Flüchtlinge bei Wahlkämpfen beschränkte sich zumeist auf Auftritte und Reden bei Wahlkampfveranstaltungen. Über die Beteiligung Wilhelm Weitlings an Wahlkampagnen der Republikanischen Partei ist nichts bekannt. Harro Harring unterstützte die Republikanische Partei nicht, da er zum Zeitpunkt ihrer Gründung nicht mehr in den USA lebte.

‹21› Karl Follen verstarb bereits im Jahre 1840. Doch wäre Karl Follen zum Gründungszeitpunkt der Republikanischen Partei (1854) nicht bereits aus dem Leben geschieden, wäre er vermutlich Anhänger der Republikaner geworden, denn auch Karl Follen setzte sich für die Bekämpfung der Sklaverei in der sogenannten Abolitionismus-Bewegung ein. Er sah in der Sklaverei eine institutionalisierte Beschränkung der Freiheitsrechte und kämpfte für ihr Verbot. Zuerst hielt Follen ausschließlich philosophische Ausführungen über eine notwendige Abschaffung der Sklaverei. Jedoch beschränkte sich sein Engagement innerhalb der Abolitonismus-Bewegung schon bald nicht mehr auf Vorträge. Wie bereits zuvor erwähnt, bestand einer Konsequenz darin, dass er seinen Beruf als Dozent an der Harvard University quittieren musste. Im Jahre 1834 wurde Follen Vizepräsident der Anti-Slavery-Society in Massachusetts und Gründungsmitglied einer Zweigstelle in Cambridge. Follen forderte eine Überarbeitung der amerikanischen Konstitution, um eine Gleichstellung der Afro-Amerikaner zu erreichen.57) Neben Karl Follen plädierten auch Friedrich Hecker und Gustav Struve für die Abschaffung der Sklaverei - jedoch zu einem viel späteren Zeitpunkt. Während Follen in den 1830er Jahren in der Abolitionismus-Bewegung aktiv war, beteiligen sich Hecker und Struve erst in den 1850er/60er an Anti-Sklaverei-Kampagnen. Darüber hinaus setzten sich beide nicht für eine Gleichstellung der Afro-Amerikaner ein, sondern lehnten Sklaverei überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen ab.58)

‹22› Wilhelm Weitlings Engagement war ein gänzlich anderes. Mit seiner Aktivität als Gewerkschaftler und Gründer des Arbeiterbunds konzentrierte sich seine politische Teilhabe auf der Organisation der deutsch-amerikansichen Arbeiterklasse in den USA. Dabei sah er im Arbeiterbund eine Bewegung, die zur Verbrüderung aller Arbeiter der Union, d.h. der Nordstaaten, führen sollte. Weitling wollte die Stellung der deutschen Arbeiter in den USA stärken, da diese gegenüber amerikanischen weniger privilegiert waren. Trotzdem setzte sich Weitling für alle Arbeiter unabhängig ihrer Herkunft ein. Ziele des Arbeiterbunds waren unter anderem die Absicherung der Arbeiter bei Not und Krankheit, die eigenständige Bestimmung des Lohns und der Arbeitszeit und die Unterstützung bei Arbeitslosigkeit. Im Februar 1855, fünf Jahre nach der Gründung, wurde die Mitgliederstärke auf 1014 Personen geschätzt, wobei tendenziell von einer geringeren Anzahl auszugehen ist. Im Arbeiterbund waren Arbeiter und Handwerker verschiedener Branchen vertreten. In der Mehrheit jedoch Schneider, Tischler und Schuhmacher. Obwohl Wilhelm Weitling als Motor und Vorreiter der Arbeiterbewegung in Amerika angesehen werden kann, waren seine Bestrebungen nicht von Dauer.59) Dies hängt vor allem mit inhaltlichen Interessenkonflikten innerhalb des Arbeiterbunds und Weitlings Rolle in der Kolonie „Communia“ zusammen. Das Zerwürfnis zwischen der Siedlung, die komplett in den Bund aufgenommen werden sollte, und Wilhelm Weitlings Programmatik führten zu einem stetigen Rückgang der Mitglieder- und der Abonnentenzahl der dazugehörigen Zeitung „Republik der Arbeiter“. Unüberbrückbare Differenzen mündeten in der Einstellung der „RdA“, der Auflösung des Arbeiterbunds und dem Verkauf der Kolonie „Communia“.60) Das Scheitern des Arbeiterbunds führte dazu, dass sich Weitling in den folgenden Jahren ins Private zurückzog und von der öffentlichen Bildfläche weitestgehend verschwand.

‹23› Im Fall von Harro Harring lassen sich, basierend auf dem aktuellen Forschungsstand, keine Rückschlüsse auf sein politisches Leben ziehen. Dies hängt mit dem Zeitraum seines Aufenthalts in den USA zusammen. Harring lebte von 1843 bis 1848 in den USA.61) Somit verließ er das amerikanischen Exil bevor der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach und die Republikanische Partei gegründete wurde. Auch die Abolitionismus-Bewegung war bereits vor Harrings Ankunft aktiv. Dies ist ein Indikator für fehlende Parallelen, schließt politische und gesellschaftliche Teilhabe Weitlings jedoch nicht aus. Ein politisches Engagement Harrings kann weder belegt noch widerlegt werden.

Erfolg und Misserfolg in der neuen Heimat

‹24› Obwohl Karl Follen, Harro Harring, Friedrich Hecker, Gustav Struve und Wilhelm Weitling ein gemeinsames Schicksal teilen, haben sie dieses sehr individuell gestaltet, unterschiedlich angenommen und verschieden gelebt. Dies wird darin deutlich, dass die Lebenswirklichkeiten der Exilanten von mehr Unterschieden als Parallelen geprägt waren. Vor allem die Lebensgestaltung von Harro Harring fällt aus dem Raster. Nichtsdestotrotz steht Harro Harring für eine – keineswegs geringe – Zahl deutscher politischer Flüchtlinge, die ausschließlich zeitweilig in Amerika lebten und stets eine Rückwanderung nach Deutschland beabsichtigten. Dieser Fakt trifft auch auf einen Teil der Menschen zu, die heute auf der Flucht sind bzw. im Exil leben. Sie hoffen in der Fremde auf bessere Zeiten in ihrem Heimatland und eine baldige Rückkehr.

‹25› Im Bereich des familiären Umfeldes lässt sich vor allem eine Gemeinsamkeit festhalten. Die meisten der Exilanten haben in der neuen Heimat geheiratet und eine Familie gegründet. Oftmals wurden die Ehen mit einheimischen Frauen eingegangen. Die Gründung einer Familie im Exilland ist vor allem mit dem recht jungen Alter der Geflüchteten zu begründen, denn die Mehrzahl der politisch Geflüchteten im 19. Jahrhundert waren junge Männer mit ausreichenden finanziellen Mitteln, die für eine Flucht mit dem Schiff nötig waren. Und auch heute gelingt vor allem jungen Männern mit ausreichendem finanziellen Kapital die Flucht aus dem Heimatland.

‹26› Vor allem Friedrich Hecker und Karl Follen können als erfolgreiche Beispiele deutscher politischer Flüchtlinge bewertet werden. Ein Grund hierfür war ihre positive Einstellung zum Exilland Amerika, die bereits vor ihrer Auswanderung vorherrschte. Friedrich Hecker war vor allem auf beruflicher Ebene sehr erfolgreich. Dieser Erfolg steht im Zusammenhang mit cleveren Bodenspekulationen seinerseits und dem unermüdlichen Arbeiten auf seiner Farm. Indem sich Hecker in den ersten Jahren ausschließlich auf die Landwirtschaft konzentriert hatte, war ihm das Leben als Landwirt möglich. Die harte Arbeit hatte allerdings zur Folge, dass Hecker in den ersten Jahren weitgehend gesellschaftlich isoliert lebte. Follens Erfolg im Beruf war durch sein politisches Engagement für die Abolitionismus-Bewegung durchkreuzt. Dass er dennoch in Zufriedenheit lebte, ist wohl auf seine Tätigkeit als Priester und seine Ehefrau zurückzuführen. Karl Follens Leben in Amerika war auch mehrheitlich von Erfolg gekennzeichnet, da seine Ehe einige Vorteile hinsichtlich seiner gesellschaftlichen Stellung und finanziellen Absicherung mit sich brachte. Die Lebenswirklichkeiten beider Männer zeigen, dass für eine erfolgreiche Gründung einer neuen Existenz enormer Arbeitseinsatz und auch die Bereitschaft für Veränderungen erforderlich sind.

‹27› Gustav Struves und Wilhelm Weitlings amerikanische Lebenswirklichkeit war deutlich durchwachsener. Struve empfand seine Flucht ins amerikanische Exil bereits als Niederlage und sich keine berufliche Existenz als Schriftsteller in den USA aufbauen. Er emigrierte in die USA in der Hoffnung dort eine finanziell bessergestellte Zukunft zu haben. Struve erweckte den Eindruck, dass er nicht gewillt war die neuen Gegebenheiten in den USA anzunehmen und seine Lebenswirklichkeit an diese anzupassen. Viel zu sehr schien er sich nach Deutschland zu sehnen und wünschte sich eine baldige Rückkehr. Es liegt nahe, dies als einen Faktor zu bewerten, der seinen Erfolg im amerikanischen Exil negativ beeinflusste. Auch Wilhelm Weitlings Leben in den USA war sowohl durch Niederlagen als auch durch Erfolge geprägt. Das Scheitern seiner Zeitung und des Engagements im Arbeiterbundes verleiteten ihn dazu, sich komplett in sein Privatleben zurückzuziehen. Er gab sein altes politisches Leben auf und schloss damit auch mit seiner oppositionellen Vergangenheit ab. Dies ermöglichte ihm jedoch den Aufbau einer neuen Lebenswirklichkeit.

‹28› Zuletzt ist Harro Harring anzuführen. Aufgrund seines Werdeganges erscheint er als am wenigsten erfolgreicher Exilant. Auch er konnte mit seinem Roman „Dolores“ einen Erfolge in Amerika verzeichnen, aber darüber hinaus nicht viele positive Erfahrungen machen. Allgemein war Harrings Leben eher vom Scheitern und der Suche nach dem Glück gekennzeichnet. Er lebte mehrheitlich in finanzieller Not, war von Freunden und Gönnern abhängig und wurde aus zahlreichen Ländern aufgrund seiner politischen Schriften zwangsausgewiesen. Dennoch steht Harro Harring nicht per se für Misserfolg im amerikanischen Exil, denn er konnte ein literarisches Erbe schaffen, das noch heute rezipiert wird. Vielmehr ist Harring ein Beispiel für jene Flüchtlinge, die nicht mit ihrem vorangegangen Leben in der Heimat abschließen konnten und das persönliche Glück daher vergebens in der Fremde suchten.

‹29› Karl Follen, Harro Harring, Friedrich Hecker, Gustav Struve und Wilhelm Weitling stehen stellvertretend für politische Flüchtlinge und Emigranten des 19. Jahrhunderts in Amerika, die auf ganz unterschiedlich Weise ihre Existenz im amerikanischen Exil bestritten haben. Obwohl ihr Schicksal bereits fast 200 Jahre zurückliegt, beschreiben ihre Geschichten auch die Lebenswirklichkeiten der Flüchtlinge des 21. Jahrhunderts. Sie blickten im 19. Jahrhundert ähnlichen Problemen, Vorurteilen und Herausforderungen entgegen und meisterten diese teils bravurös teils desaströs. Und genau wie sie wird auch heute ein Teil der Geflüchteten in ihr Land zurückgehen, andere werden erfolgreich neue Existenzen in der Fremde aufbauen und sich den Traum von einem besseren, sicheren Leben verwirklichen und wiederum andere werden mit ihrem Schicksal im Exil nie ihren Frieden schließen – verallgemeinern lässt sich dies im Großen und Ganzen nicht.

Quellen- und Literaturverzeichnis

  • Dippel, Horst: Kriege, Hermann. In: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 40f.
  • Dobert, Eitel Wolf: Deutsche Demokraten im Exil. Die Achtundvierziger und ihre Schriften. Göttingen 1958.
  • Freitag, Sabine: Friedrich Hecker. Biographie eines Republikaners. Stuttgart 1998.
  • Grab, Walter: Radikale Lebensläufe. Berlin 1980.
  • Haefelin, Jürgen: Wilhelm Weitling. Biographie und Theorie. Der Zürcher Kommunistenprozess von 1843. Bern 1986.
  • Henne, Franz: Friedrich Hecker im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861–1865. In: Frei, Alfred G. (Hrsg.): Friedrich Hecker in den USA. Eine deutsch-amerikanische Spurensicherung. Konstanz 1993, S. 85–96.
  • Hochstuhl, Kurt: Friedrich Hecker. Revolutionär und Demokrat. Stuttgart 2011.
  • Klemke, Ulrich: Die deutsche politische Emigration nach Amerika 1815–1848. Biographisches Lexikon. Frankfurt am Main [u.a.] 2007.
  • Lönnecker, Harald: Sand, Carl Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 413f.
  • Marsiske, Hans-Arthur: Eine Republik der Arbeiter ist möglich. Der Beitrag Wilhelm Weitlings zur Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Hamburg 1990.
  • Mehring, Franz: Karl/Charles Follen. Deutsch-amerikanischer Freiheitskämpfer. Gießen 2004.
  • Mehring, Franz: Karl (Charles) Follen. Zwischen radikalem Revolutionär und demokratischem Reformer. Gießen 2014 (=Gießener Universitätsblätter, Bd. 47).
  • Paul, Roland: Freie Erde und freies Vaterland. Friedrich Hecker in den USA. In: Frei, Alfred G. (Hrsg.): Friedrich Hecker in den USA. Eine deutsch-amerikanische Spurensicherung. Konstanz 1993, S. 15–42.
  • Preiser, Jürgen: Gustav Struve als politischer Schriftsteller und Revolutionär. Nürnberg 1873.
  • Reiß, Ansgar: Zwischen Revolut/ion und Bürgerkrieg. Amalie und Gustab Struve im nordamerikanischen Exil. In: Hochbruck, Wolfgang [u.a.] (Hrsg.): Achtundvierziger/Forty-Eighters. Die deutschen Revolutionen von 1848/49. Münster 2000, S. 71–84.
  • Reiß, Ansgar: Radikalismus und Exil. Gustav Struve und die Demokratie in Deutschland und Amerika. Stuttgart 2004.
  • Seidel-Höppner, Waltraud: Wilhelm Weitling (1808–1871). Eine politische Biographie Teil 2. Frankfurt am Main 2014.
  • Spevack, Edmund: Charles Folle’ns search for nationality and freedom. Germany and America 1796–1840. Cambridge/London 1997.
  • Thode, Thomas: Harro Harring. Eine kommentierte Bibliographie seiner Werke. Eutin 2005.

Fußnoten

  1. Vgl. Pro Asyl, Asyl in Zahlen, online unter URL: https://www.proasyl.de/thema/fakten-zahlen-argumente/ (Aufruf am 10.10.2016). »
  2. Der Deutsche Bund bestand von 1815 bis 1866. Die dargestellten Personen sind in diesem Zeitraum emigriert, aber die Ausführungen beziehen sich auf das gesamte 19. Jahrhundert. Aus diesem Grund werden im Folgenden Deutschland und Deutscher Bund als Synonyme verwendet. »
  3. Vgl. Klemke, S. 12. »
  4. Klemke, S. 10 definiert politische Flüchtlinge als „politische Verfolgte […], die aus Furcht vor Gerichtsverfahren und Gefängnis außer Landes flohen.“ »
  5. Vgl. Klemke, S. 14. »
  6. Ein Teil der Auswanderer, die aus wirtschaftlichen Motiven emigrierten, können zur Gruppe der politisch Unzufriedenen gezählt werden. Klemke, S. 10 definiert politische Unzufriedene als „Personen, deren Grundüberzeugungen mit den politischen Verhältnissen in Deutschland nicht in Einklang zu bringen waren.“ »
  7. Vgl. Klemke, S. 9f. »
  8. Die Namensgebung ist nach Grab, Walter: Radikale Lebensläufe, Berlin 1980, S. 110 von der schwarzen, altdeutschen Tracht abzuleiten, die sie trugen. »
  9. Karl Ludwig Sand (1795–1820) war radikaler Burschenschaftler und stand unter dem Einfluss von Karl Follen in Jena. Er wurde für den Mord an August von Kotzebue hingerichtet. Siehe hierzu Lönnecker, Harald: Sand, Carl Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 413f., online unter URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11875114X.html; vgl. auch die Darstellung auf http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=285 (Aufrufe am 13.11.2015). »
  10. August von Kotzebue war ein scharfer Kritiker der Burschenschaften. Durch seinen Tod sollte ein Exempel statuiert werden, denn Karl Follen und die Anhänger seiner Burschenschaft sahen politischen Mord als legitimes Mittel an. Siehe hierzu Grab, S. 116–122. »
  11. Vgl. Grab, S. 109–122. »
  12. Der Geheimbund hatte die Zerstörung des Deutschen Bunds als übergeordnetes Ziel. Erst bei Revolutionsausbruch sollte der „Jungbund“ tätig werden. Seine Mitgliederstärke wird auf 200 Personen geschätzt. Seine Aktivitäten waren marginal. Vgl. Spevack, S. 106–116. »
  13. Vgl. Spevack, S. 86–121. »
  14. Vgl. Thode, S.189–192. »
  15. Vgl. Grab, S. 162. »
  16. Guiseppe Mazzini (1805–1872) war italienischer Freiheitskämpfer und Gründer der „Giovine Italia“. Harro Harring war Mitglied des „Jungen Deutschlands“, dem deutschen Pendant der „Giovine Italia“. Harring beteiligte sich am Savoyenzug (1834) und musste daraufhin nach Frankreich fliehen. 1836 wurde Harring aus Belgien nach England ausgewiesen, weil er einem österreichischen Spitzel Informationen über das „Junge Deutschland“ weitergegeben hatte. Siehe hierzu Thode, S. 207–212. »
  17. Vgl. Thode, S. 196–221. »
  18. Das Familiengut von Adam Itzstein im Rheingau galt nach Hochstuhl, S. 25–27 als Denkfabrik der süddeutschen Liberalen im Vormärz. »
  19. Vgl. Hochstuhl, S. 14–86. »
  20. Beispielsweise publizierte Gustav Struve im Jahre 1847/48 das Schriftstück „Grundzüge der Staatswissenschaft“, das als ideologische Grundlage für die badischen Aufständischen galt. Siehe hierzu Hochstuhl, S. 36. »
  21. Vgl. Hochstuhl, S. 35–36 u. 65–68. »
  22. Vgl. Dobert, S. 208–210. »
  23. „Bund der Geächteten“ war ein frühsozialistischer Geheimbund der später in den „Bund der Gerechten“ aufging. Siehe dazu Haefelin, S. 14 u. 141–142. »
  24. Hermann Kriege (1820–1850) war Frühsozialist und emigrierte im Jahr 1845 in die USA. Es kam zum Zerwürfnis mit Marx aufgrund seiner abweichenden ideologischen Ansichten. Weitling sympathisierte mit Kriege worauf auch er sich mit Marx überwarf. Siehe hierzu Dippel, Horst: Kriege, Hermann. In: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 40f., online unter URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116536608.html (Aufruf am 13.11.2015). »
  25. Vgl. Haefelin, S. 10–13 u. 141–143. »
  26. Vgl. Hochstuhl, S. 25. »
  27. Vgl. Paul, S. 22. »
  28. Vgl. Freitag, S. 149–152. »
  29. Friedrich Hecker erhielt 1849 Informationen über eine erneute Erhebung in Baden. Er reiste am 27. Juni 1849 von New York zurück in die Heimat. Als er am 15. Juli Straßburg erreichte war die Revolution bereits niedergeschlagen. Aus diesem Grund betrat Friedrich Hecker nicht einmal deutschen Boden. Seine kurzzeitige Rückkehr nutze er mit seiner Ehefrau und den Kindern gemeinsam nach Belleville zurückzukehren. Siehe hierzu Hochstuhl, S. 91. »
  30. Vgl. Freitag, S. 155–165. »
  31. Vgl. Reiß, Zwischen Revolution und Bürgerkrieg, S. 72–74 u. 80. »
  32. Vgl. Dobert, S. 211. »
  33. Vgl. Peiser, S. 233. »
  34. Vgl. Mehring, Deutsch-amerikanischer Freiheitskämpfer, S. 136–142 u. 154. »
  35. Vgl. Thode, S. 248–249. »
  36. Vgl. Haeflin, S. 144–146. Sein Privatleben in Amerika ist darüber hinaus nicht weiterreichend dokumentiert. »
  37. Unter Latin Farmers ist nach Klemke, S. 19 eine Personengruppe zu fassen, die eine gute Schul- und Universitätsbildung genossen hat, aber keine Erfahrungen in der Landwirtschaft vorweisen konnte. »
  38. Vgl. Klemke, S. 19–20. »
  39. Vgl. Freitag, S. 152 u. 159. »
  40. Vgl. Hochstuhl, S. 87. »
  41. Vgl. Hochstuhl, S. 94f. »
  42. Vgl. Freitag , S. 165f. »
  43. Vgl. Mehring, Zwischen radikalem Revolutionär und demokratischen Reformer, S. 57–59. »
  44. Vgl. Mehring, Deutsch-amerikanischer Freiheitskämpfer, S. 154. »
  45. Priester war ein durchaus verbreiteter Beruf unter politischen Emigranten in Amerika. Siehe hierzu Klemke, S. 25. »
  46. Vgl. Mehring, Deutsch-amerikanischer Freiheitskämpfer, S. 178–197. »
  47. Vgl. Thode, S. 223–225. »
  48. Vgl. Reiß, Radikalismus, S. 240–251. »
  49. Vgl. Seidel-Höppner, S. 1303–1318. »
  50. Vgl. Marsiske, S. 75–78 u. 112–177. »
  51. Vgl. Haefelin, S.145–146. »
  52. Auslöser für den amerikanischen Bürgerkrieg war die Frage des Verbots der Sklaverei, die eine tiefe Spaltung Amerikas zur Folge hat. Im Sezessionskrieg bekämpften sich die Nordstaaten der Union, die aufgrund zunehmender Industrie Gegner der Sklaverei waren und die Südstaaten der Konföderation, die wegen ihrer agrarischen Prägung weiterhin Sklaverei befürworteten. Siehe dazu Henne, S. 85f. »
  53. Vgl. Henne, S. 87. »
  54. Vgl. Hochstuhl, S. 105. und Reiß, Radikalismus, S. 347–350. »
  55. In den USA herrschte ein zwei Parteiensystem vor 1854. Zum einen die Demokratische Partei, die sich für den Erhalt der Sklaverei einsetzten und zum anderen die Whigs, die die Nativismus-Bewegung vorantrieben. Aufgrund ihrer politischen Leitlinien waren beide Parteien für die Mehrheit der politischen Emigranten nicht wählbar. Dies änderte sich mit der Gründung der Republikanischen Partei im Jahre 1854. Siehe hierzu Hochstuhl, S. 97f. »
  56. Vgl. Reiß, Zwischen Revolution und Bürgerkrieg, S. 77–79. »
  57. Vgl. Mehring, Deutsch-amerikanischer Freiheitskämpfer, S. 151–171. »
  58. Informationen zu Friedrich Hecker, Vgl. Henne, S. 86. Informationen zu Gustav Struve finden sich in Reiß, Radikalismus, S. 318 und Reiß, Zwischen Revolution und Bürgerkrieg, S. 76. »
  59. Vgl. Seidel-Höppner, S. 1271f. u. 1385–1391. »
  60. Vgl. Marsiske, S. 112–177. »
  61. Vgl. Thode, S. 221–226. »
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Christina McMullin hat Europa-Studien an der Technischen Universität Chemnitz studiert und ist derzeit Studentin des Masterstudiengangs Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes.

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Christina McMullin: Überlegungen zur Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen, in: Skriptum 6 (2017), Nr. 1, URN: urn:nbn:de:0289-2017051120, Abs. XY [Datum des Zugriffes].