Aktuelle Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir präsentieren die Winterausgabe von Skriptum. Wie angekündigt publizieren wir 2015 aus Zeitgründen nur ein einzelnes Heft mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Beiträge – dabei sind die Gründe für den geringen Output von Skriptum in diesem Jahr keineswegs im mangelnden Publikationsinteresse von Seiten der Studierenden zu suchen. Vielmehr hat es die ausschließlich ehrenamtlich arbeitende Gruppe aus Studierenden und jungen Wissenschaftlern in diesem Jahr aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft, in der alten Konstellation den Redaktionsprozess zu organisieren, da sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern inzwischen große Veränderungen in der Studien- oder Arbeitssituation ergeben haben. Trotz dieser Herausforderungen ist es uns gelungen, eine Zukunftsstrategie für Skriptum zu erarbeiten.

Damit die Zeitschrift weiter wie gewohnt erscheinen kann, wird es 2016 vor allem zu einer örtlichen Verlagerung des Hauptredaktionsbetriebs kommen. Zum neuen Jahr ziehen wir den Sitz der Chefredaktion angesichts der personellen Situation von Mainz nach Saarbrücken um, da sich auf diesem Weg die Kontinuität im Zeitschriftenbetrieb in unseren Augen am besten sichern lässt. In diesem Zusammenhang geben wir Skriptum zugleich einen neuen Untertitel, der der inhaltlichen Breite der bisher veröffentlichten Beiträge deutlich gerechter wird, den alten Zusatz ersetzt und zugleich verdeutlicht, wie die inhaltliche Ausrichtung auch in Zukunft aussehen wird: Studentische Onlinezeitschrift für Geschichts- und Kulturwissenschaften.

Mit dem Lehrstuhls für Kultur- und Mediengeschichte an der Universität des Saarlandes hat Skriptum einen neuen institutionellen Partner gefunden.1) Junge und motivierte Studierende der Geschichtswissenschaften und der Historisch orientierten Kulturwissenschaften nehmen in Zukunft die redaktionelle Arbeit an Skriptum in Saarbrücken in die Hand. Patrick Hinsberger und Steffen Reitnauer sind in dieser Ausgabe auch als Beitragsautoren mit einem medienhistorischen Thema aus der Geschichte des Rundfunks im Saarland vertreten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im neuen Redaktionsteam studieren – wie auch Chefredakteurin Katharina Thielen – Historisch orientierte Kulturwissenschaften. „Die Historischen Kulturwissenschaften“, um es mit den Worten Wolfgang Schmahles zu sagen, „lassen sich als einen Komplex kulturwissenschaftlicher Fächer verstehen, die durch die Dimension der geschichtlichen Betrachtungs- und Vorgehensweise eng miteinander verbunden sind.“2)

Neben klassischen geschichtswissenschaftlichen Seminararbeiten, historisch-kulturwissenschaftlichen Beiträgen und dem Blick in die Historikerwerkstatt werden in den kommenden Ausgaben auch dezidiert kulturwissenschaftliche Texte erscheinen. Fachdidaktische Veröffentlichungen verschiedenster Art sollen ebenfalls ein fester Bestandteil von Skriptum bleiben, obwohl es sich – wie die Erfahrung gezeigt hat – in der Praxis nach wie vor als sehr schwierig erweist, herausragende Unterrichtsentwürfe zu finden, bei denen frei verfügbare Materialien Verwendung gefunden haben und damit eine Veröffentlichung ohne rechtliche Herausforderungen möglich ist.

Technisch und infrastrukturell wird Skriptum zunächst auch weiterhin von den Herausgebern Max Grüntgens und Dominik Kasper in Kooperation mit der Digitalen Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz3), sowie dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz4) konzeptioniert und betreut.

Die neue Ausgabe startet wie gewohnt mit unserem bewährten Blick in die Historikerwerkstatt. Hier beleuchten Dr. Francisca Feraudi-Gruénais und Elisabeth Neubert die Entstehungsgeschichte der Epigraphische Datenbank Heidelberg (EDH) und skizzieren die Herausforderungen bei der Erstellung und Unterhaltung von einem aus mehreren Teilen zusammengesetzten Online-Datenrepositorium zu lateinische und bilinguen Inschriften des römischen Reiches. An ihren Erläuterungen zu diesem weitreichend angelegten epigraphischen Vorhaben werden die umfassenden Chancen und Möglichkeiten solcher digitaler Vorhaben für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einen breiten kulturwissenschaftlichen Nutzerkreis deutlich.

Den sogenannten digital turn thematisiert auch Christian Schumacher im zweiten Beitrag der diesjährigen Ausgabe. Nach einem komprimierten Überblick über diverse turns der Geschichtswissenschaften, bleibt jedoch die Frage, inwieweit kartografische Darstellungsweisen die Wahrnehmung derselben beeinflussen, Hauptgegenstand seiner Bachelorarbeit Die Radziwiłł-Karte Polen-Litauens von 1613. Dem Autor gelingt es, die 1585 vom litauischen Magnat Krzysztof »Sierotka« Radziwiłł in Auftrag gegebene Karte des Großfürstentums Litauens hinsichtlich ihrer historischen Realität zu überprüfen, die Intentionen der Urheber aufzudecken und den symbolischen Raum Litauen interdisziplinär ausleuchten.

Der dritte Beitrag stammt aus Saarbrücken. Patrick Hinsberger und Steffen Reitnauer sind Studierende im Bachelor-Studiengang Historisch orientierte Kulturwissenschaften und werden Chefredakteurin Katharina Thielen zukünftig unterstützen. Sie stellen sich und ein Stück saarländische Geschichte mit dem Beitrag Europa an der Saar? Tele-Saar & EUROPE 1 – Zwei Sender zwischen lokaler und europäischer Öffentlichkeit vor. Dabei sind sie auf der Suche nach einer europäischen Öffentlichkeit in der französischen Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Ob sie fündig werden konnten und von der einen europäischen Öffentlichkeit gesprochen werden kann, oder mehrere transnationale Teilöffentlichkeiten bestanden, zeigt ihre vergleichende Analyse der ersten kommerziellen Medienangebote im deutschsprachigen Raum.

Ebenfalls aus saarländischer Feder ist der abschließende kulturwissenschaftliche Essay von Saskia Leidinger. Sie rückt die aktuelle Kontroverse in den Blick, ob „Journalismus und Weblogs“ als Konkurrenz oder Ergänzung zu bewerten sind und richtet ihr Hauptaugenmerk auf die Arbeitsweise sowie die Eigen- und Fremdwahrnehmung von Bloggern und Journalisten, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen und ihre je spezifische Funktion innerhalb der heutigen Informationsgesellschaft einzugrenzen.

Wir wünschen unserer treuen Leserschaft ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mainz, den 19.12.2015

Max Grüntgens, Dominik Kasper und Katharina Thielen

Fußnoten

  1. http://www.kmg.uni-saarland.de/ »
  2. Schmale, Wolfgang: Einleitung: Digital Humanities – Historische Kulturwissenschaften, in: Ders [Hrsg.]: Digital Humanities. Praktiken der Digitalisierung, der Dissemination und der Selbstreflexivität. Stuttgart 2015 (=Historische Mitteilungen – Beihefte 91), S. 9 »
  3. http://www.digitale-akademie.de/ »
  4. http://www.igl.uni-mainz.de/ »

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